Handelskammer Hamburg 2005

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Steuerrecht

Das bringt 2005

Wie in jedem Jahr bringt der Jahreswechsel Änderungen im Steuerrecht mit sich. Deren Umfang ist dieses Jahr zwar überschaubar, dennoch gibt es auch für 2005 eine Reihe von Neuerungen zu beachten.

1. Senkung des Einkommensteuertarifs
Zum 1. Januar sinkt der Eingangssteuersatz von 16 auf 15 Prozent, der Spitzensteuersatz von 45 auf 42 Prozent.

2. Elektronische Datenübermittlung in der Lohnsteuer und Umsatzsteuer
Arbeitgeber und Unternehmen müssen ab 2005 Lohnsteuerbescheinigungen, Lohn-steueranmeldungen und Umsatzsteuervoranmeldungen elektronisch übermitteln. Ein BMF-Schreiben vom 29. November 2004 regelt die Einzelheiten. Aus Vereinfachungsgründen werden es die Finanzämter für bis zum 31. März endende Zeiträume nicht beanstanden, wenn die Abgabe der (Vor-)Anmeldung in herkömmlicher Form erfolgt.

3. Sachbezugswerte und Pauschbeträge für Auslandsreisen in der Lohnsteuer
Ab 1. Januar ändern sich die Sachbezugswerte für die Sozialversicherung und die Lohnsteuer. Unter anderem erhöhen sich die Mahlzeitenwerte von derzeit 1,44 auf 1,46 Euro (Frühstück) und von 2,58 auf 2,61 Euro (Mittag- und Abendessen). Auch für Übernachtungen und Verpflegungsaufwendungen bei Auslandsreisen sind neue Pauschbeträge zu beachten, (siehe www.hk24.de, Dokumenten-Nr. 5141).

4. Pauschbeträge für Sachentnahmen in der Umsatzsteuer
Werden Gegenstände für außerbetriebliche Zwecke aus dem Unternehmen entnommen, unterliegen diese Sachentnahmen als „unentgeltliche Wertabgaben“ der Umsatzbesteuerung.

5. Freistellungsbescheinigungen im Bau
Die nach Einführung der Bauabzugsteuer von den Finanzämter erteilten Freistellungsbescheinigungen waren in der Regel auf drei Jahre befristet, sind also zum 31. Dezember 2004 ausgelaufen. Soweit noch nicht geschehen, sollten Bauleistende beim zuständigen Finanzamt neue Bescheinigungen beantragen, damit diese möglichst nahtlos an die alten Bescheinigungen anknüpfen.

6. Änderungen im Bereich der Alterseinkünfte
Das am 1. Januar in Kraft tretende Alterseinkünftegesetz leitet den Übergang zur „nachgelagerten Besteuerung“ ein: Alterseinkünfte sind künftig erst dann zu versteuern, wenn diese an den Steuerpflichtigen ausgezahlt werden. Dafür bleiben die Beiträge zur Altersvorsorge in der Erwerbstätigkeitsphase bis zu einem jährlichen Höchstbetrag unversteuert. Für die betriebliche Praxis sind besonders die Änderungen bei der betrieblichen Altersversorgung interessant. Danach werden künftig auch Beiträge für Direktversicherungen steuerlich begünstigt, sofern die betriebliche Versorgungszusage eine lebenslange Altersversorgung in Form einer Rente vorsieht.

7. Steuerliche Abzugsfähigkeit von Bildungsaufwendungen
Aufgrund dreier Entscheidungen des Bundesfinanzhofes können Aufwendungen für Bildungsmaßnahmen als Werbungs- oder Betriebsausgaben von der Steuer abgezogen werden, wenn die Aufwendungen beruflich veranlasst waren. Damit wären beispielsweise durch ein Erststudium an einer Hochschule veranlasste Kosten voll steuerlich abzugsfähig gewesen. Dem ist der Gesetzgeber mit einer rückwirkend zum 1. Januar 2004 in Kraft getretenen Regelung entgegengetreten. Danach sind Aufwendungen für die Berufsausbildung nur bis zu einem Höchstbetrag von 4000 Euro im Jahr als Sonderausgaben abzugsfähig. Gleichzeitig wurde ausdrücklich gesetzlich geregelt, dass Aufwendungen des Steuerpflichtigen für seine erstmalige Berufsausbildung und für ein Erststudium als Kosten der privaten Lebensführung gelten und damit nicht abzugsfähig sind, wenn Studium oder Ausbildung nicht im Rahmen eines Dienstverhältnisses stattfinden.

Jutta Thormann
jutta.thormann@hk24.de
Telefon 36 13 8 351
hamburger wirtschaft, Ausgabe Januar 2005