Handelskammer Hamburg 2005

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Gesundheitsmanagement

Chefsache Fitness

Die Gesundheit der Belegschaft gezielt fördern, ist derzeit vor allem in größeren Unternehmen ein Thema. Eine Initiative der Hamburger Gesundheitswirtschaft möchte nun auch kleine und mittlere Betriebe an gezieltes Gesundheitsmanagement heranführen.

Ein betriebseigenes Fitnessstudio, hausinterne Ernährungsberatung, mobile Massage, aber auch Zuschüsse zu Fitnessstudios oder Sportvereinen sind einige Beispiele, mit denen Hamburger Betriebe das gesundheitsbewusste Verhalten ihrer Mitarbeiter fördern. Und das nicht ohne Grund: Gesunde und motivierte Mitarbeiter sind ausgeglichener und leistungsfähiger, sie machen sich für den wirtschaftlichen Erfolg ihres Unternehmens stark. Die Einführung eines Gesundheitsmanagements wird in immer mehr Unternehmen konsequenterweise als Führungsaufgabe verstanden.

Unter Gesundheitsmanagement wird dabei die bewusste Beeinflussung betrieblicher Prozesse und Strukturen verstanden. Ziel der Maßnahmen ist es, das Wohlbefinden und die Gesundheit der Mitarbeiter zu steigern. Dabei beschränkt sich die Gesundheitsförderung längst nicht mehr auf körperliche Fitness, ergonomische Arbeitsplatzgestaltung und Arbeitssicherheit. Immer häufiger wird das Gesundheitsmanagement auch auf das Arbeitsklima und die zwischenmenschlichen Komponenten ausgedehnt. Doch obwohl den meisten Arbeitgebern der Nutzen der betrieblichen Gesundheitsförderung bereits bewusst ist, werden gezielte Maßnahmen bislang vorwiegend in Großunternehmen umgesetzt.

„Das ist sehr bedauerlich“, sagt Dr. Maren Vogt, Diplom-Psychologin und Gesundheitsexpertin bei der Unternehmensberatung metapunkt. „Die meisten Beschäftigten arbeiten heutzutage schließlich in kleinen Unternehmen mit zehn oder weniger Arbeitnehmern“, stellt die Expertin fest. Doch auch für diese Unternehmen gibt es eine Vielzahl von einfachen, kostengünstigen und effektiven Möglichkeiten, das gesundheitsbewusste Verhalten ihrer Mitarbeiter zu fördern. „In Hamburg gibt es eine große Anzahl spezialisierter Dienstleister, die gerade auch kleinere Unternehmen bei der Umsetzung von individuellen Gesundheitsmaßnahmen helfen können“, davon ist Vogt überzeugt. „Das muss nicht teuer sein, bringt eine Menge Motivation und kann zu sehr kreativen Lösungen führen.“

Vogt engagiert sich seit rund einem Jahr in einer Initiative der Hamburger Gesundheitswirtschaft, die gesundheitsbewusstes Verhalten in den ansässigen Betrieben fördern möchte. Unter der Moderation der Handelskammer haben sich unterschiedliche Beteiligte des Hamburger Gesundheits- und Fitnessmarkts zu einer Arbeitsgruppe zusammengeschlossen. Gemeinsam entwickelten sie eine Kampagne, die Einzelpersonen und Unternehmen über gesundheitsfördernde Maßnahmen informiert und zum Mitmachen anregen möchte. „Besonders positiv daran ist, dass endlich einmal das verstreute Wissen rund um das komplexe Thema Gesundheitsförderung zusammengetragen und praxisnah in einer Kampagne umgesetzt wird“, sagt Wolfgang Kämener. Das Vorstandsmitglied der juka dojo Sportcenter Rahlstedt AG freut sich über die gute Zusammenarbeit in der Initiative. „Dabei konnten sogar die Berührungsängste zwischen kommerziellen Fitnessstudios und Sportvereinen überwunden werden, die in der Vergangenheit gelegentlich für Missstimmungen gesorgt hatten“, berichtet Kämener.

Pünktlich zum 50. Weltgesundheitstag am 7. April ist der Start der Kampagne vorgesehen. Die Auftaktveranstaltung wird im Rahmen des "Gesundheitstags der Hamburger Wirtschaft" in der Handelskammer Hamburg stattfinden. Als besonderer Gast wird Gesundheitssenator Jörg Dräger erwartet, der die Veranstaltung eröffnen wird. Bis dahin wird noch eifrig an den Inhalten und der Präsentation der Kampagne gefeilt. Einen Grund für eine kleine Feier gab es bei den Initiativkreismitgliedern aber bereits im Januar: Der Bundesverband der deutschen Psychologinnen und Psychologen e.V. (BDP) zeichnete die Sieger des Logowettbewerbs für die Gesundheitskampagne aus. "Die angeschriebenen Kunst- und Grafikstudenten haben alle sehr kreative Entwürfe eingereicht, die unsere Arbeit nochmals beflügelt haben", freut sich Vogt. Mehr möchte sie jedoch nicht verraten, um dem Kampagnenstart nichts vorweg zu nehmen.

Thorsten Koletschka
thorsten.koletschka@hk24.de
Telefon 36 138 274

Infos und Kontakte

Das Programm und die Einladung zum „Gesundheitstag der Hamburger Wirtschaft“ finden Sie unter
www.hk24.de,
Dokumenten-Nr. 29268

hamburger wirtschaft, Ausgabe März 2005