Handelskammer Hamburg 2005

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Public Private Partnership

Nach der Katastrophe

Privates Engagement von Firmen in der staatlichen deutschen Entwicklungshilfe ist dringend erforderlich. Public Private Partnership (PPP) ist ein Förderinstrument, das sich für Wiederaufbauprojekte anbietet.

Die Last der Herausforderungen in Entwicklungsländern kann der Staat allein kaum noch schultern. Dies gilt insbesondere, seitdem in Asien eine Flutwelle an den Küsten des Indischen Ozeans immense Verwüstungen verursacht hat. "Unternehmen, die sich am Wiederaufbau beteiligen wollen, sind willkommene Partner", so ein Sprecher der Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ).

Gute Erfahrungen mit PPP hat das Unternehmen Joachim Krüger Pflanzenkläranlagen GmbH bereits vor vier Jahren gemacht. Das Unternehmen hat in Thailand eine Kläranlage auf biologischer Basis eingerichtet und in einem Hotel auf Phiphi Island, südöstlich des Urlaubszentrums Phuket, erfolgreich eingesetzt. Durch den Tsunami wurde die gesamte Infrastruktur der Hotelanlage fast vollständig zerstört. Kröger, der sich den Menschen auf der Insel verbunden fühlt, gibt nicht auf und hat deshalb eine Spendenaktion ins Leben gerufen, damit den Hotelangestellten und ihren Angehörigen direkt geholfen werden kann. Aber auch das Hotel soll - nach Beschluss der Eigentümer - wieder aufgebaut werden. Krüger bietet hier seine Unterstützung an. "Wir sind mit unserer Fachkenntnis in Wasserwirtschaft und Solartechnik dafür geradezu prädestiniert", sagt er.

Die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH (DEG), entwicklungs-politischer Partner des damaligen PPP-Projektes, prüft zurzeit, ob sie sich wieder beteiligen wird. Fest steht aber, dass von thailändischer Seite des Hotels nicht aufgegeben wird. Das Hotel soll an gleicher Stelle wieder aufgebaut werden. Mit dem einzigen Unterschied: Es wird ausgefeilte Evakuierungspläne geben. Denn dort, wo es bisher als Fluchtwege nur steile und verstellte Treppen gab, sollen breite und leichter erreichbare Betonwege zur rettenden Anhöhe gebaut werden.

Das PPP-Instrument bleibt für Unternehmen interessant, die sich in der Region engagieren wollen. Die Durchführungsgesellschaften wie DEG und GTZ prüfen Projekt-vorschläge in Hinblick auf betriebswirtschaftliche Rentabilität und vor allem auf entwicklungspolitische Relevanz. Ein Unternehmen von PPP kann bis zu 50 Prozent der Projektkosten und maximal 20000 Euro erwarten, wenn der Antrag positiv entschieden wird. Der Eigenbetrag des Unternehmens muss mindestens noch einmal 200000 Euro betragen, kann aber unter bestimmten Voraussetzungen in Sach- und Dienstleistungen erbracht werden.

Sehr leicht sind die Bedingungen nicht zu erfüllen und auch der Antragsweg für PPP muss eingehalten werden. Aber die Erfahrung vieler Unternehmen zeigt: PPP-Anträge sind viel leichter auszuarbeiten als für Mittel aus EU-Programmen. Unterstützung und Informationen bieten hier die Durchführungsorganisationen DEG, GTZ, Invent, KfW und Sequa.

Cornelia Kahl
cornelia.kahl@hk24.de
Telefon: 36 13 8 283

Infos und Kontakte

DEG - Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH
Ricarda G. Horst
Telefon 0221/49 86 13 78
Fax 0221/49 86 11 06
E-Mail: hst@deginvest.de
www.deginvest.de

Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), Frankfurt am Main
Susanne Mauve
Telefon 069/74 31-43 27
Fax 069/79-73 78
E-Mail: susanne.mauve@kfw.de
www.gtz.de

InWent Internationale Weiterbildung und Entwicklung gGmbH, Köln
Daniela Löbel
Telefon 0221/20 98 - 247
Fax 0221/20 98 - 480
E-Mail: Daniela.Loebel@inwent.org
www.inwent.org

Stiftung für wirtschaftliche Entwicklung und berufliche Qualifizierung (SEQUA)
Mareike Weingärtner
Telefon +49 228 98238-46
Fax +49 228 98238-19
E-Mail: weingaertner@sequa.de
www.sequa.de

Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) GmbH, Eschborn
Barbara Schweiger
(für Osteuropa, Zentralasien)
Telefon 06196/79 72 39
Fax 06196/79 73 17
www.gtz.de/ppp

hamburger wirtschaft, Ausgabe Februar 2005