Handelskammer Hamburg 2005

< zurück

Frage des Monats

Was versprechen Sie sich von der geplanten Verwaltungsreform?

Hamburgs Verwaltung steht vor einem tiefgreifenden Wandel: Die Aufgabenverteilung zwischen Fachbehörden und Bezirken soll entflochten, Abläufe gestrafft werden und statt der bisherigen drei soll es nur noch zwei Verwaltungsstufen geben. Das Ziel der geplanten Reform: Eine effizientere, serviceorientierte und zukunftsfähige Verwaltung für Bürger und Unternehmen. Die hamburger wirtschaft fragte bei Mitgliedsfirmen nach:

Was versprechen Sie sich von der geplanten Verwaltungsreform?

"Die Abschaffung von unnützen Verordnungen und damit mehr Bürgerfreundlichkeit; schnellere und einfachere Entscheidungsprozesse und damit auch für den Bürger wiederum nachvollziehbare Entscheidungen. Ich denke da an Neuenfelde, am Schluss hat keiner mehr die Gesetze und Verordnungen verstanden. Eine klare Verschlankung des Baurechts, um die Investitionsbereitschaft in der Baubranche wieder zu fördern. Der Zwang für die Verwaltung, in kurzen Fristen Entscheidungen zu fällen. Ein Verstecken hinter Verordnungen oder anderen Behörden darf nicht mehr sein."
C. Cornelius Grau, Geschäftsführer der CCG Beteiligung GmbH

"In erster Linie einfachere und schnellere Verfahren und Genehmigungen für alle Fragen, die von lokaler Bedeutung sind - dies gilt insbesonders für uns als mittelständisches Unternehmen sowie für Existenzgründer. Die geplante Reform muss dazu führen, das nicht nur zersplitterte Zuständigkeiten zusammengelegt werden und Kompetenzen in die Bezirke verlagert werden, sondern auch finanzielle Anreize für eine schlanke Verwaltung geschaffen werden. Daher bin ich gegen eine Teilung der Stadt in viele kleine Einheiten. Die 7 Bezirke sollten aber den neuen Anforderungen angepasst werden, wie die Erweiterung des Bezirkes Harburg zu einem einheitlichen Süderelberaum."
Andreas Schildhauer, Geschäftsführer der Albers-Hansen GmbH (Ehrenamtlicher Bezirksbeauftragter der Handelskammer für Harburg)

"Für die Bauwirtschaft verspreche ich mir kürzere Entscheidungswege und schnellere und effizientere Entscheidungen. Das würde Investitionen fördern und beschleunigen und das Ziel der wachsenden Metropole Hamburg fördern. Die Stärkung der lokalen Entscheidung muss jedoch durch den Senat so gesteuert werden, dass örtliche Egoismen große Investitionsentscheidungen - insbesondere Infrastrukturmaßnahmen - nicht hemmen oder gar verhindern."
Dr. Friedrich W. Oeser, Geschäftsführer der August Prien Bauunternehmung (GmbH & Co.)

"Die bei einer Umsetzung der Pläne für eine Verwaltungsreform zu erwartenden Verkürzungen und Vereinfachungen der Verwaltungsverfahren müssen zu einer erheblichen Beschleunigung bei der Erledigung von Anfragen und Anträgen führen."
Harald Neuhaus, i. Fa. Hans Neuhaus

"Das durch die größere Verantwortung in den Bezirken schneller und flexibler agiert werden kann und gleichzeitig mehr Nähe zum Bürger erreicht wird. Außerdem sollte durch die schlankere Struktur die Verwaltung nicht zuletzt für Unternehmen effizienter werden."
Iris Steinhagen, Geschäftsführerin der Smurfit Eurotrend GmbH

hamburger wirtschaft, Ausgabe Februar 2005