Handelskammer Hamburg 2005

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seca GmbH & Co. KG

Stuhlwaage seca 959

Das Produkt
Sie ist pedantisch und schreckt vor unangenehmen Wahrheiten nicht zurück. Diese schonungslose Offenheit nehmen ihr viele übel und beschuldigen sie des öfteren der Ungenauigkeit. Dabei ist bei elektronischen Waagen das Gegenteil der Fall: Die medizinische Stuhlwaage seca 959 des gleichnamigen Hamburger Familienunternehmens misst Gewichte bis 150 Kilogramm sogar in 50-Gramm-Schritten präzise aus. Seit rund 40 Jahren produziert seca elektronische Waagen. Die rollbare Stuhlwaage ist seit 1996 auf dem Markt und gehört seither fest zum Arbeitsalltag vieler Krankenschwestern, Pfleger und Physiotherapeuten. Verlassen die fertigen Geräte die Montageinseln am Hammer Steindamm, steckt hinter ihren 23 Kilogramm Eigengewicht ausgefeilte Technik: Auf dem Gestell aus lackiertem Stahlrohr thront eine weiße Sitzschale aus robustem, abwaschbaren Kunststoff. Das Gerät kann mit bis zu 200 Kilogramm belastet werden. Das LCD-Display hinter der Rückenlehne zeigt neben dem Körpergewicht auf Knopfdruck auch den Body-Mass-Index an, also das Verhältnis von Größe und Gewicht eines Menschen. Die TARA-Funktion erleichtert hingegen das Wiegen von Kleinkindern inklusive Kuscheldecke oder Stofftier, ohne dass das zusätzliche Gewicht in das Messergebnis einfließt. Betrieben wird die Waage mit Hilfe des Stromnetzes oder eines mitgelieferten Akkus. Außerdem können Schnittstellen für PC und Drucker eingebaut werden, dann werden die Daten direkt in die Krankenakten übertragen.

Die seca 959 ermöglicht es Pflegekräften, ohne großen Kraftaufwand Senioren, Dialyse- oder Herz-Kreislauf-Patienten sicher zu wiegen. Wie ein Rollstuhl lässt sich das Gerät an das Krankenbett heranschieben. Die Armlehnen und die Fußstützen sind beweglich. Sie können weggeschoben werden, bevor der Patient Platz nimmt, Verletzungen an Knöchel und Achillessehne werden vermieden. Die ermittelten Daten speichert das System, so dass zuerst der Patient versorgt werden kann. Die Genauigkeit der Daten wird durch strenge Eichungsvorschriften sichergestellt: Das Medizinproduktegesetz erlaubt in deutschen Krankenhäusern, Praxen oder anderen medizinischen Einrichtungen nur den Einsatz von Waagen, die vom Hersteller in der "Eichklasse III" kalibriert wurden. Dafür sorgen bei seca TÜV-geprüfte Computer-Programme. Mit ihrer Hilfe darf das Unternehmen seine Waagen gemäß der gesetzlichen Vorschriften seit 1997 selbst eichen. Damit sei den elektronischen Waagen ihre Pingeligkeit verziehen - sie können nicht anders.

Die Geschichte
Nachdem ihn der Mönch Quintenz in Strassburg in die Geheimnisse des Waagenbaus eingeweiht hat, zieht der junge Schlossermeister A.C.C. Joachims wieder nach Hamburg. 1840 gründet er hier die erste deutsche Waagenfabrik und verkauft seine Ware in alle Welt. Nach Joachims' Tod kauft der junge Maschinenschlosser Frederik Vogel das Unternehmen und tauft es seca Vogel & Halke GmbH & Co. KG. 1897 lässt er den Firmennamen schützen, abgeleitet wurde er vom lateinischen "secare", zu deutsch: "schneiden". Die Schneide beeinflusst bei mechanischen Waagen die Genauigkeit. 1904 zog die Fabrik um - bis heute sitzt die Zentrale am Hammer Steindamm.

Das Unternehmen
Seit Januar firmiert das Unternehmen unter dem neuen Namen seca GmbH & Co. KG. Es beschäftigt rund 100 Mitarbeiter am Standort Hamburg. Das Waagen-Sortiment wird in 110 Länder exportiert, neben der Stuhlwaage sind das auch Säuglings-, Säulen- und Flachwaagen sowie Rollstuhl- und Bettwaagen. seca ist durch Niederlassungen auch in England, Frankreich, Schweiz, China, Japan und den USA vertreten.

Katrin Pliszka
katrin.pliszka@hk24.de
Telefon 36 13 329
hamburger wirtschaft, Ausgabe Februar 2005