Handelskammer Hamburg 2005

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Hamburgensien

Lebensart

Italien liegt an der Elbe

Der erste Italiener in Hamburg war kein Geringerer als Papst Benedict V., der in die karge "Hammaburg" verbannt wurde. Dennoch trug er entscheidend dazu bei, dass sich Hamburg zu einem florierenden Handelsplatz entwickelte. Sein Exil ist nur eine von 27 Etappen auf dem Streifzug durch die "italienische Geschichte" Hamburgs. Michael Koglin beschreibt die Gestaltung des Stadtbildes anhand der Ideen des Baumeisters Andrea Palladio ebenso lebhaft wie die Begeisterung der Hanseaten für italienisches Speiseeis, das bereits 1896 acht Händler verkauften. Auch die italienische Lebensart hat in Hamburg Tradition: Seit 1905 ist das Restaurant "Cuneo" Treffpunkt der unterschiedlichsten Persönlichkeiten.

Michael Koglin: "Italien in Hamburg"; Ellert & Richter Verlag, 2004; 232 Seiten, 19,95 Euro.

 

Hafenentwicklung

Zwischen Tradition und Vision

Auf dem Großen Grasbrook, an der Mündung der Alster in die Elbe, stand die Wiege unserer Stadt. Hier bildete sich Hamburgs erster Hafen, hier verlor Störtebeker seinen Kopf. Egbert Kossack, von 1981 bis 1999 Oberbaudirektor der Hansestadt, erzählt in seiner reich bebilderten Monographie die achthundert Jahre alte, bewegte Geschichte der Insel zwischen City und großem Fluss. Auch Hamburgs Aufstieg zum Welthafen ist mit diesem magischen Ort eng verbunden: Senatoren und Reeder mit Weitblick errichteten hier Europas größtes Warenlager - die Speicherstadt. Freihafen und HafenCity bilden die inhaltlichen Schwerpunkte der großformatigen Hamburgensie.

Egbert Kossak: "Speicherstadt und HafenCity"; Ellert & Richter Verlag, Hamburg, 2004; 95 Seiten, 14,95 Euro.

 

Schiffskatastrophen

Wenn die See der letzte Hafen ist

Der Traum von Freiheit, aber auch viele Gefahren begleiten Seeleute auf ihren Reisen. Eigel Wiese berichtet mithilfe von historischen Dokumenten und Fotos von über 30 Havarien auf der Elbe sowie der Nord- und Ostsee. Die Ängste und Hoffnungen der Passagiere und Mannschaften stehen im Mittelpunkt des Werkes. Sie waren oft berechtigt: Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts existiert keine organisierte Seenotrettung. Erst 1860 fordert der junge Seefahrtslehrer Adolph Bermpohl die Gründung eines einheitlichen Rettungssystems. So entstehen die Vorläufer der heutigen DGzRS. Auch für Laien eine packende Dokumentation: Ein Glossar entschlüsselt die nautischen Fachbegriffe.

Eigel Wiese: "Die letzte Fahrt, Schiffskatastrophen auf Elbe, Nord- und Ostsee"; L&H Verlag, Hamburg, 2004; 272 Seiten, 24,80 Euro.

 

Stadtplan

Hamburgs schöne Bauwerke

Experten und Liebhaber der Baukunst können Hamburg seit Oktober bequem auf eigene Faust entdecken. Der doppelseitig bedruckte Architekturstadtplan weist ihnen den Weg zu 1000 Gebäuden verschiedener Stilrichtungen. Klassiker wie der "Michel" oder das Chile-Haus sind darin ebenso verzeichnet wie moderne Projekte. Zu den Vertretern der zeitgenössischen Architektur gehören unter anderem die Entwürfe bekannter Büros wie Bothe, Richter & Teherani oder von Gerkan, Marg und Partner. Die Einträge sind geordnet nach Epochen, Gebäudetypen, Architekten und Strassen.

Stefanie Schupp: "Architekturstadtplan Hamburg - Mit Register nach Epochen, Gebäudetypen, Architekten, Straßen"; Verlagshaus Braun, 2004; 12 Euro.

 

hamburger wirtschaft, Ausgabe Februar 2005