Handelskammer Hamburg 2006

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Handelskammer-Themen des Monats

PLENUM

Die Zukunft der City
Zentrales Thema im Bericht des Präses an die Plenarier war das zur Zeit in den Medien kontrovers diskutierte Bettelverbot. Karl-Joachim Dreyer hob hervor, dass unsere Handelskammer zwar „ein allgemeines Bettelverbot fordert, das jedoch örtlich auf einige wenige Straßenzüge der City beschränkt werden sollte.“ Einen Blick in die Zukunft gewährte den Plenariern Günther Elste, Vorstandsvorsitzender der Hamburger Hochbahn AG. Er referierte über den Bau der U4, die die HafenCity mit der Innenstadt verbinden und bis Ende 2011 in Betrieb genommen werden soll. Von der vielfältigen Arbeit unserer Handelskammer konnten sich die Plenarier anhand der Vorträge von Corinna Nienstedt (Geschäftsbereich International) und Uve Samuels (Geschäftsbereich Berufsbildung) ein Bild machen: Nienstedt stellte Maßnahmen und Projekte zur Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf vor, darunter die „Hamburger Allianz für Familien“. Samuels präsentierte die Planungen für die Lehrstellenkampagne 2006: Passend zur Fußballweltmeisterschaft seien eine Lehrstellen-WM sowie eine Sport-Show mit Uwe Seeler geplant, um neue Lehrstellen bei den Hamburger Unternehmen zu akquirieren.

Ausschüsse und Arbeitskreise

Medienwirtschaft
Gerhard Röthlinger, Geschäftsführer von hamburg.de, informierte den Ausschuss über den Stand der Dinge beim Medienportal www.medien. hamburg.de. Darüber hinaus erläuterte Hariolf Wenzler, Geschäftsführer der Hamburg Marketing GmbH, den Planungsstand für das WM-Fanfest auf dem Heiligengeistfeld. Intensiv diskutiert wurde auch der geplante Medienstaatsvertrag zwischen Hamburg und Schleswig-Holstein, der eine Fusion der beiden Landesmedienanstalten zum
1. Januar 2007 vorsieht.

Umwelt
Der Ausschuss diskutierte aus-führlich über die aktuelle EU-Umweltgesetzgebung. Peter Brandhofer von der Umwelt Consult GmbH (UMCO) referierte in diesem Zusammenhang über den Entwurf der geplanten EU-Chemikalienverordnung, die am 17. November 2005 erstmalig im EU-Parlament verhandelt wurde. Die Hamburger Wirtschaft hatte Anfang 2005 zahlreiche Rückmeldungen und Einwände gegen den ersten Entwurf der Chemikalienverordnung im Rahmen eines europaweiten Monitorings eingebracht.

E-Business
Der Ausschuss befasste sich ausführlich mit der Vorstellung IT-relevanter Netzwerke in Hamburg. Mit hamburg@work, e-ThinkTank e. V. und E-ComHamburg wurden drei viel genutzte Plattformen präsentiert, die mit ihren Aktivitäten maßgeblich dazu beitragen, den IT-Standort Hamburg über die Landesgrenzen hinaus zu profilieren und zu stärken.

Stellungnahmen & Gutachten

Pharmabetriebsverordnung
Unsere Handelskammer kritisierte in einer Stellungnahme an das Bundesgesundheits- und das Bundeswirtschaftsministerium erneut die geplante Änderung der Pharmabetriebsverordnung. Bei einer Anwendung der geänderten deutschen Arzneimittelverordnung auf den Transit- und Durchfuhrhandel würden für die deutsche Wirtschaft hohe Kosten und erhebliche Wettbewerbsnachteile gegenüber der Konkurrenz aus anderen EU-Ländern entstehen.

Auswärtige Vertretungen

Berlin
Die Konkurrenzfähigkeit des Hamburger Hafens hängt von seiner seewärtigen Erreichbarkeit ab. Die derzeitigen Tiefgangsverhältnisse von Unter- und Außenelbe schränken seine Erreichbarkeit jedoch für die großen Containerschiffe der Post-Panmax-Klasse mit einem maximalen Tiefgang von 14,50 Metern ein. Gerade dieses Größensegment weist aber das stärkste Wachstum auf. Um langfristig zukunftsfähig zu bleiben, ist es daher erforderlich, die Fahrrinne der Elbe von Hamburg bis zur Nordsee entsprechend den Bedürfnissen der modernen Containerschiffe anzupassen. An diesem Projekt arbeitet die Bundeswasserstraßenverwaltung; die Bundesregierung hat sich zu diesem Projekt bekannt. Hamburg ist bereit, einen Teil der Kosten zu übernehmen. Noch aber steht im Bundestag eine Entscheidung über die Finanzierung des Projekts aus. Unsere Handelskammer führt zurzeit eine Vielzahl von Gesprächen mit Abgeordneten, um sie davon zu überzeugen, dass der Ausbau der Unter- und Außenelbe nicht nur Hamburg, sondern ganz Deutschland nützt.

Kaliningrad
Vom 11. bis zum 14. Mai findet in Kaliningrad das „2. Mittelstandsforum der deutschen Wirtschaft“ statt. Es wird von der Delegation der Deutschen Wirtschaft in der Russischen Föderation, unserer Handelskammer, dem Baltic Sea Forum e.V. und dem Bundesverband der mittelständischen Wirtschaft (BVMW) veranstaltet. Mittelständische Unternehmen aller Branchen können sich über die Chancen und Risiken von Investitionen in der Sonderwirtschaftszone der Russischen Föderation informieren und direkt vor Ort Kontakte zu russischen Geschäftspartnern knüpfen. Von besonderem Interesse für teilnehmende Firmen sind aktuelle Veränderungen in Politik und Gesetzgebung der Region Kaliningrad. Darüber hinaus wird das neue Gesetz zur Sonderwirtschaftszone vorgestellt.

DIHK

Ausbildungspakt
Der Mitte 2004 geschlossene Nationale Pakt für Ausbildung und Fachkräftenachwuchs in Deutschland wird um drei Jahre verlängert. Ziel des Paktes zwischen Wirtschaft, Staat, Verbänden und Bundesagentur für Arbeit ist es, drei Jahre lang jeweils 30000 neue Lehrstellen und 25000 Plätze für betriebliche Einstiegsqualifizierungen anzubieten. 2005 wurden wie schon im ersten Paktjahr 2004 die gegebenen Zusagen erfüllt und in vielen Bereichen sogar übertroffen. Bis Januar 2006 wurden deutschlandweit 63400 neue Ausbildungsplätze gewonnen und 42000 Plätze für Einstiegsqualifizierungen von den Betrieben bereitgestellt, dabei haben 19800 Jugendliche bereits eine Einstiegsqualifizierung begonnen. Einen großen Beitrag zum Gelingen haben die Hamburger Unternehmen geleistet, die überdurchschnittlich viele neue Ausbildungsplätze geschaffen haben.

Europa
„Mehr Wissen, Wettbewerb, Wohlstand – Unternehmen Europa“. Unter diesem Motto steht das Jahresthema 2006 der IHK-Organisation, an der sich auch unsere Handelskammer beteiligt. Das Projekt Europa müsse wieder neuen Schwung bekommen, forderte DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun während des Auftaktkongresses in Berlin. Dazu sei es notwendig, vordringlich auf die wirtschaftliche Säule der EU zu setzen und die wohlstandsfördernde Wirkung des Unternehmenswettbewerbs zu stärken.

Informationen

In dieser Rubrik informieren wir Sie über die aktuellen Themen, die in den Gremien der demokratischen Selbstverwaltung der Hamburger Wirtschaft diskutiert werden. Hier engagieren sich ehrenamtlich rund 350 Unternehmer. (Weitere Informationen zum Ehrenamt unserer Handelskammer: www.hk24.de, Dokumenten-Nr. 12509) Außerdem finden Sie hier aktuelle Infos aus unseren auswärtigen Vertretungen und über Initiativen des DIHK, an denen unsere Handelskammer maßgeblich beteiligt ist.

Plenum
Das Plenum ist das höchste Beschluss fassende Gremium unserer Handelskammer. Auf seinen monatlichen Sitzungen bestimmt es die Leitlinien unserer Arbeit. Ihm gehören derzeit 64 gewählte bzw. kooptierte Vertreter von Mitgliedsunternehmen aus allen Branchen der gewerblichen Wirtschaft an.

Arbeitskreise und Ausschüsse
Die derzeit 30 Arbeitskreise und Ausschüsse unterstützen das Plenum, sie befassen sich mit speziellen Fach- und Branchenthemen und erarbeiten Analysen und Beschlussvorlagen.

Auswärtige Vertretungen
St. Petersburg, Kaliningrad, Shanghai, Antananarivo, Dubai: Mit sieben auswärtigen Vertretungen ist unsere Handelskammer präsent, wo für die Hamburger Wirtschaft wichtige Entscheidungen getroffen werden oder neue Märkte entstehen.

DIHK
Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) ist die Dachorganisation der 81 deutschen Industrie- und Handelskammern. Weitere Informationen: www.dihk.de

hamburger wirtschaft, Ausgabe März 2006