Handelskammer Hamburg 2006

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Handelskammer-Themen des Monats

PLENUM

Engagement für die City-Wirtschaft
Auf der März-Sitzung des Plenums standen zwei besonders für die City-Wirtschaft und den Einzelhandel relevante Themen im Mittelpunkt des Berichts des Präses. Unsere Handelskammer hatte sich für längere Ladenöffnungszeiten zur Fußball-WM eingesetzt. Mit Erfolg: Präses Dreyer konnte den Plenariern mitteilen, dass Wirtschaftssenator Gunnar Uldall eine Freigabe der Öffnungszeiten sowie eine begrenzte Sonntagsöffnung zugesagt hatte. Auf kein Gehör sei dagegen die Forderung gestoßen, die Folgen des Müllstreiks durch den Einsatz privater Entsorgungsfirmen zu mildern. Als Fortschritt wertete Dreyer jedoch, „dass sich der Senat und die Handelskammer einig sind, grundsätzlich eine Diskussion über eine Privatisierung der Stadtreinigung anzuregen“. Für Diskussionen sorgte die geplante Fusion der Landesmedienanstalten von Hamburg und Schleswig-Holstein, die die Gefahr der Verlagerung der neuen Medienanstalt nach Schleswig-Holstein birgt. Unsere Handelskammer werde sich in dieser Angelegenheit für den Medienstandort Hamburg engagieren, erklärte Präses Dreyer.

Ausschüsse und Arbeitskreise

Ausschuss für Industrie und Energie
Für eine Atempause beim Atomausstieg plädierte Fritz Vahrenholt, Vorstandsmitglied der REpower Systems AG. Deutschland brauche mehr Zeit, um seinen Kraftwerkspark auf heimische kohlendioxidfreie Energieträger umzustellen. Vahrenholts Resümee: „Der Atomausstieg war ein Kurzschluss.“ Weitere Themen der Sitzung waren die Schließung der Hamburger Aluminiumwerke und die Lehrstellenkampagne 2006.

Dienstleistungswirtschaft
Thorsten Teichert, Leiter des Instituts für Handel und Marketing der Universität Hamburg, stellte die Ergebnisse der Studie „Kundenbindung in der Hamburger Dienstleistungsbranche“ vor, die mit Unterstützung unserer Handelskammer durchgeführt worden war. Kai Comberg, Partner bei der PwC Deutsche Revision AG, berichtete über aktuelle Herausforderungen in der Wirtschaftsprüfung. Problematisch sei, dass aufgrund der angeblich fehlenden Selbstkontrolle der Wirtschaft eine Überwachung immer durch nationale und internationale Institutionen und Einrichtungen stattfinde und so immer mehr Einfluss genommen werde. Der Ausschuss diskutierte außerdem über die aktuellen Entwicklungen bei der EU-Dienstleistungsrichtlinie.

Stadt- und Regionalentwicklung
Axel Gedaschko, Staatsrat in der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU), informierte den Ausschuss über die Wohnungsbaupolitik des Hamburger Senats. Der angestrebte Bevölkerungsanstieg könne nur bewältigt werden, wenn jährlich statt bisher 4000 künftig mindestens 6000 neue Wohnungen geschaffen werden. Hierfür sollten geeignete innerstädtische Flächen durch Verdichtung oder Aufstockung von Gebäuden verstärkt aktiviert werden. Um das Know-how der Handelskammer in die notwendigen Prozesse einzubringen, wird ein regelmäßiger Gesprächskreis mit Vertretern der BSU eingerichtet.

Kulturförderung
Björn Castan, Vorstand der United Research AG, stellte Methoden, Einsatzmöglichkeiten und Nutzen einer professionellen Evaluation von Kultursponsoringmaßnahmen vor. Die Wirkungsforschung werde in vielen Unternehmen noch immer vernachlässigt, obwohl Kultursponsoring häufig mit hohen Ausgaben verbunden sei.

Auswärtige Vertretungen

Berlin
Mit einer Reihe von Bundestagsabgeordneten hat unsere Berliner Vertretung über den Fahrrinnenausbau der Unter- und Außenelbe diskutiert. Der Gedankenaustausch diente dazu, angesichts des in Kürze beginnenden Planfeststellungsverfahrens die Berliner Entscheidungsträger für das Projekt zu sensibilisieren. Die Mehrzahl der angesprochenen norddeutschen Abgeordneten signalisierte Unterstützung für das Projekt.

Dubai
Das seit 1996 zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) bestehende Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) wird nach Angaben des Bundesfinanzministeriums in der bestehenden Form nicht verlängert. Das bisherige DBA läuft im August 2006 aus. Die gewerblichen Einkünfte von Niederlassungen deutscher Firmen in den VAE sind damit in Deutschland voll steuerpflichtig. Noch in der ersten Jahreshälfte 2006 will Deutschland das DBA neu verhandeln.

Informationen

In dieser Rubrik informieren wir Sie über die aktuellen Themen, die in den Gremien der demokratischen Selbstverwaltung der Hamburger Wirtschaft diskutiert werden. Hier engagieren sich ehrenamtlich rund 680 Unternehmer. (Weitere Informationen zum Ehrenamt Ihrer Handelskammer: www.hk24.de, Dokumenten-Nr. 12509). Außerdem finden Sie in dieser Rubrik aktuelle Informationen aus unseren auswärtigen Vertretungen und über Initiativen des DIHK, an denen unsere Handelskammer maßgeblich beteiligt ist.

Plenum
Das Plenum ist das höchste beschlussfassende Gremium unserer Handelskammer. Auf seinen monatlichen Sitzungen bestimmt es die Leitlinien unserer Arbeit. Ihm gehören derzeit 64 gewählte bzw. kooptierte Vertreter von Mitgliedsunter-nehmen aus allen Branchen der gewerblichen Wirtschaft an.

Arbeitskreise und Ausschüsse
Die derzeit 30 Arbeitskreise und Ausschüsse unterstützen das Plenum, sie befassen sich mit speziellen Fach- und Branchenthemen und erarbeiten Analysen und Beschlussvorlagen.

Auswärtige Vertretungen
Berlin, Brüssel, St. Petersburg, Kaliningrad, Shanghai, Antananarivo, Dubai: Mit sieben auswärtigen Vertretungen ist unsere Handelskammer präsent, wo für die Hamburger Wirtschaft wichtige Entscheidungen getroffen werden oder neue Märkte entstehen.

DIHK
Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) ist die Dachorganisation der 81 deutschen Industrie- und Handelskammern. Weitere Informationen: www.dihk.de

hamburger wirtschaft, Ausgabe April 2006