Handelskammer Hamburg 2006

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Eventmetropole

Hamburg – Stadt der Erlebnisse

Hamburg bietet eine unübertreffbare Auswahl an Veranstaltungsplätzen. Von Trauungen unterm Sternenhimmel im Planetarium über die Präsentation von edlen Autos in einem Hafenschuppen bis hin zu Tagungen auf einem ehemaligen Stückgutfrachter. So vielfältig wie die Locations selbst, so stark durchmischt ist die Eventveranstalter-Branche.

Hamburg bietet einzigartige Rahmenbedingungen für die Durchführung von Veranstaltungen. „Voll im Trend liegen Locations, die den Hafen, Elbe, Alster oder die Fleete als Kulisse haben“, sagt Renate Maack, Inhaberin des Catering-Unternehmens „Hamburger Gastmahl“. Anfang des Jahres hat sie die Bewirtschaftung des Museumsschiffes „Cap San Diego“ übernommen und baut es derzeit aufwändig zu einer Event-Location um. Auch nebenan auf der „Rickmer Rickmers“ tut sich etwas: Die Pächterin „Stockheim Catering Hamburg GmbH“ – sie betreibt seit kurzem auch die Gastronomie im CCH – hat große Ambitionen, ihr Geschäft an Bord auszubauen.

Ebenfalls im Hafen aktiv ist die Firma „Gerresheim Serviert“. Sie mietete den Schuppen 52 am Hansahafen von der Stiftung Hamburg Maritim an, um ihn als Event-Location zu nutzen. Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut und zuletzt als Früchtesortierhalle genutzt, sollte das Gebäude ursprünglich abgerissen werden. Jetzt ist hier Platz für bis zu 3000 Gäste, erst kürzlich fand in dem Schuppen eine Feier anlässlich des chinesischen Neujahrsfestes statt. Maritimes Ambiente bietet Gerresheim auch im Alten Yachtclub im Petroleumhafen an.

Einer der bekanntesten Veranstaltungsorte im Hafen hat einen neuen Betreiber: die Fischauktionshalle. Seit Oktober letzten Jahres wird sie von der „Jens Stacklies Veranstaltungsservice GmbH“ bewirtschaftet. „Es ist der Leuchtturm unter den Veranstaltungsräumlichkeiten, die wir anbieten“, sagt Jens Stacklies stolz. Künftig soll die Fischauktionshalle noch mehr Veranstalter von außerhalb Hamburgs in die Hansestadt locken. Der Anfang ist bereits gemacht: Im November fand hier der norddeutsche Gastro-Branchen-Treff statt, kürzlich feierte die Fluglinie Emirates ihren Einstand am Hamburger Flughafen und Ende Mai wird in der Fischauktionshalle die Tischfußball-WM ausgetragen.

Schon längst kein Geheimtipp mehr sind Veranstaltungsräume in der Speicherstadt. Cateringunternehmen und Eventagenturen haben Einzug in einige der ehemaligen Kaffee-, Tee- und Gewürzspeicher gehalten und bieten den Veranstaltern eine unvergleichliche Atmosphäre. Auch Jens Stacklies hat sich in die Speicherstadt eingekauft – in seinem Alten Wandrahmspeicher fanden viele Tagungen ihren Ausklang im gleichermaßen rustikalen wie festlichen Ambiente.

Die Firmengruppe „Nord Event“ hat sogar ihren Geschäftssitz in die Speicherstadt verlegt. Sie zog von Lübeck nach Hamburg, um am großen Veranstaltungsmarkt präsenter zu sein. In den historischen Lagergebäuden betreibt Nordevent einen Speicherboden, der in liebevoller Arbeit authentisch aufgearbeitet wurde. Der Raum eignet sich beispielsweise für Gala-Dinners, Firmenjubiläen, Workshops und Tagungen ab 30 Personen. Über eine weitere Location für stilvolle Tagungen und Feiern verfügt Nordevent mit der Hamburger Kaffeebörse, in der Unternehmer am historischen Sitzungstisch mit schweren grünen Ledersesseln tagen können wie einst die Hamburger Kaffee-Importeure.

Zu den Top-Angeboten im Hafen gehört auch der Dreimast-Segelschoner „Mare Frisium“, ein ehemaliger Fischlogger, der am Kai liegend oder auch für „volle Fahrt“ gebucht werden kann. Vermarkter ist die zur Nord Event gehörende „s.a.i.l. GmbH“. Schwimmende Veranstaltungsplätze sind längst auch die Barkassen und Salonschiffe, die im Hafen und auf der Elbe verkehren, ebenso die Alsterdampfer, mit denen man sich über die Binnen- und Außenalster oder durch die Fleete schippern lassen kann.

Wer Club-Atmosphäre wünscht, aber dennoch auf den Blick aufs Wasser nicht verzichten will, ist in den Hamburger Traditionsclubs bestens aufgehoben. Der älteste unter ihnen ist der Übersee-Club an der Binnenalster, dessen Gastronomie vom Atlantic Kempinski Hotel betrieben wird. Im 1948 gegründeten Anglo-German-Club kümmert sich Gerald Pütter, der sich auch mit seinem Weinhandel einen Namen gemacht hat, um das Wohl der Gäste. Das jüngste Mitglied im Bunde ist der Hafen-Klub.

Eine neuere aber gleichermaßen stillvolle Location ist das Hafentheater, die Spielstätte des Musicals „König der Löwen“. Sowohl das „Skyline“-Theaterrestaurant als auch das Theater selbst stehen an spielfreien Tagen, tagsüber vor den Shows oder bei einem Komplettkauf der Show für Veranstaltungen zur Verfügung. Betrieben wird die Location von der „Maison van den Boer Deutschland GmbH“. In seinem Stammland, den Niederlanden, ist die Firma Lieferant des Königshauses, Betreiber zweier Sternerestaurants und Caterer für Sportgroßstätten. In Hamburg steht das Catering bei der Bambi-Verleihung und die Ausrichtung aller Premierenfeiern in den Musicalhäusern auf seiner Referenzliste. Das Unternehmen stellt seine Kreativität immer wieder unter Beweis, entwickelte sogar eigene Stühle für Veranstaltungen und eine Kombination aus Löffel und Gabel, die dem Gast die Wahl lässt, auf welche Weise er ein Gericht essen möchte. Die Erfindung resultiert aus der Erfahrungen von zahllosen Festen. Und davon hat Maison van den Boer reichlich: Dieses Jahr feiert das Unternehmen sein 100-Jähriges Jubiläum.

Auch andere Theater sind inzwischen zu beliebten Locations geworden. Auf St. Pauli sind die richtigen Ansprechpartner dafür Corny Littmann und Norbert Aust, die Inhaber des neuen Schmidt Theater und des Schmidts Tivoli, die auch Angie’s Nightclub betreiben. Selbst Museen zeigen sich neuerdings als Event-Location. So finden beispielsweise im Gewölbesaal des Museums für Völkerkunde bis zu 350 Gäste Platz, umrahmt von Einbäumen und einem Segelschiff. „Museen müssen sich inszenieren“ bringt Direktor Wulf-Dietrich Köpke diese Entwicklung auf den Punkt. Für Kirchen trifft das zwar nur bedingt zu, aber auch die Hauptkirche St. Katharinen wird vom Hotel Baseler Hof als Location genutzt. Das Seitenschiff bietet Platz für eine Festtafel für bis zu 100 Personen, mit Einzeltischen sogar bis zu 350 Personen.

Wenn die Hotels nicht als Caterer auftreten, bieten sie gern ihre eigenen Räumlichkeiten für Veranstaltungen an. Traditionshäuser wie das Vier Jahreszeiten oder das Atlantic bieten für Veranstaltungen höchstes Niveau. Aber auch Designhotels wie das Side Hamburg und das Dorint Sofitel bieten Standard der Extra-Klasse.

Die Liste attraktiver Veranstaltungsorte in Hamburg lässt sich noch lange fortsetzen: die alte Hagenbeck´schen Dressurhalle etwa, der Showroom von Blattwerk, der Firma für florale Design-Konzepte von Dorle Nielsen, oder die Industriehalle an der Amsinckstraße, die Gaby Gassmann von Magnus Hall zu einer Event-Location umfunktioniert hat – um nur einige zu nennen.

Zu einem idealen Event-Standort gehören auch genügend professionelle Unternehmen, die einem Veranstalter mit Rat und Tat zur Seite stehen. Soll die Eigenleistung möglichst gering ausfallen und ist die Kenntnis des Marktes gering, bietet es sich an, eine der Eventagenturen zu beauftragen. Sie unterbreiten nicht nur Vorschläge für einen Veranstaltungsort, sondern organisieren auch das Catering, die Ausstattung sowie die Künstler. Hat der Veranstalter bereits eine bestimmte Location im Visier, kann er sich auch direkt an den Betreiber wenden.

Durchaus gängige Praxis ist inzwischen aber auch, direkt ein Cateringunternehmen zu engagieren, das über das notwendige Netzwerk verfügt, um die Veranstaltung nach den Wünschen des Auftraggebers „rund“ zu machen.

Das passende Unternehmen auswählen zu müssen, ist bei über 1000 Unternehmen, die in Hamburg als Dienstleister auf dem Veranstaltungssektor auftreten, nicht leicht. Der in Hamburg ansässige Bundesverband der Veranstaltungswirtschaft hat allein knapp 100 Eventagenturen gelistet. Manchmal hilft bereits eine Checkliste von dem, was man als Veranstalter wünscht, um den richtigen Partner zu finden, empfiehlt Andrea Klerman, Inhaberin der Agentur „all about concepts“.

Noch weit heterogener als der Markt der Eventagenturen ist die Cateringbranche. Hier tummeln sich Unternehmen, deren Leistungsspektrum bei der Herrichtung kalter Platten endet, genauso wie Unternehmen, die komplette Veranstaltungen für mehrere tausend Gäste organisieren können. Wer sich die Auswahl selbst nicht zutraut, kann sich beim Convention & Event Bureau der Hamburg Tourismus GmbH professionelle Hilfe holen.

Günter Dorigoni
guenter.dorigoni@hk24.de
Telefon 36 13 8 310

Service for our readers

You will find an English translation of this article online at: www.hamburger-wirtschaft.de

Infos und Kontakte

Das Convention & Event Bureau der Hamburg Tourismus GmbH ist erreichbar unter:
info@hceb.de und Telefon 30 05 11 27

hamburger wirtschaft, Ausgabe April 2006