Handelskammer Hamburg 2006

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Fuchslocher & Co.

Altöl war nur der Anfang

Seit mehr als 50 Jahren entsorgt die Firma Fuchslocher & Co. Altöle und andere Industrierückstände. Mit besonderer Kundennähe und Komplett-Service ist das Familienunternehmen heute erfolgreicher denn je.

Veddel ist nicht der Stadtteil der feinen Leute. Banken oder Werbeagenturen wird man hier kaum finden, dafür dampfende Industrieanlagen bis zum Horizont. Wer hier arbeitet, macht sich die Hände schmutzig und hat kein Problem damit.

Arne Küter, Junior-Chef der Firma Fuchslocher & Co. zerrt sich die Krawatte vom Hals. Die hat er nur für den Fotografen umgebunden. „Angefangen haben wir als klassische Altölsammler“, erklärt er. „Mit einem selbst selbstgebauten Entsorgungs-Motorrad.“ Er gebauten Entsorgungs-Motorrad.“ Er zeigt auf ein altes Schwarzweiß-Foto, das in den Geschäftsräumen in der Müggenburger Straße hängt. Es zeigt die Firmengründer Gerhard Fuchslocher und Erich Karasch vor einem „Tempo“-Motordreirad mit Fassleiter.

In den 50 Jahren seines Bestehens hat es das Hamburger Familienunternehmen nicht beim Altöl belassen, sondern seine Leistungspalette kontinuierlich erweitert. „Wir haben schon immer ein offenes Ohr für die Bedürfnisse der Kunden gehabt“, sagt Küter. Als neben der Altölentsorgung auch die Reinigung der dazugehörigen Tanks notwendig wurde, erledigte Fuchslocher auch das. Außerdem kümmert sich das Fuchslocher-Team um die Wartung von Öl-Benzin-Abscheideanlagen. Diese großflächigen Filtersysteme kommen zum Beispiel an Tankstellen zum Einsatz. Sie verhindern, dass verschüttetes Benzin oder Öl in die Kanalisation geraten.

„Für Kraftfahrzeugwerkstätten bieten wir mittlerweile einen richtigen Full-Service an“, erklärt Küter. Denn in einer Werkstatt fallen neben altem Öl auch noch viele andere‚ überwachungsbedürftige Stoffe an, Substanzen also, deren fachgerechte Entsorgung nachgewiesen werden muss. „Wir schaffen Brems- und Kühlerflüssigkeit weg – und nehmen auch noch die alten Batterien, Reifen und sogar Stoßstangen mit“, sagt Küter. „Und das alles ohne irgendwelche Subunternehmer.“ Besonders wichtig ist ihm, dass der Kunde nur einen Ansprechpartner hat, der sich um all seine Sorgen kümmert: „Das schafft Vertrauen und eine stabile Kundenbindung.“ Über die Jahre konnte sich das zertifizierte Entsorgungsfachunternehmen mit seinem umfangreichen Service-Angebot einen immer größeren Kreis gewerblicher und privater Kunden erschließen. Die Aufträge kommen schon lange nicht mehr nur aus Hamburg, sondern auch aus Schleswig-Holstein, dem nördlichen Niedersachsen und aus Mecklenburg-Vorpommern.

Aus dem „Tempo“-Motordreirad ist ein Fuhrpark mit 20 verschiedenen Spezial- Entsorgungsfahrzeugen geworden. Die zweiköpfige Belegschaft von 1955 ist auf über 40 Mitarbeiter angewachsen. Vieles hat sich verändert, der innovative Gründergeist der 50er-Jahre ist indes immer noch zu spüren. „Meine Mutter, Marion Fuchslocher, hat erst vor einigen Jahren die Entsorgung von Leuchtstoffröhren als neues Geschäftsfeld aufgetan,“ sagt Küter und lächelt stolz.

Besonders Sonnenstudios und Firmen mit großen Büroflächen nehmen den Service gern in Anspruch. Mittlerweile führt das Unternehmen jährlich rund 500000 der quecksilberhaltigen Lampen dem Recycling zu. „In Hamburg gibt es kein Unternehmen, das mehr Neonröhren entsorgt als wir“, sagt Küter – und geht wieder an die Arbeit.

Frank Aures
redaktion@hamburger-wirtschaft.de
Telefon 36 13 8 302
hamburger wirtschaft, Ausgabe Oktober 2006