Handelskammer Hamburg 2006

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Networking

Den richtigen Partner finden

Gute Kontakte können gerade für Existenzgründer ein entscheidender Schlüssel für den beruflichen Erfolg sein. Für das „Networking“, das Vernetzen mit den richtigen Partnern, steht eine Vielzahl von Plattformen und Angeboten zur Verfügung.

Der Grundgedanke des Networkings ist nicht neu: Schon die im 13. Jahrhundert gegründete Hanse war nicht nur eine Schutzgemeinschaft, sondern auch eine Vereinigung von Kaufleuten mit gemeinsamen wirtschaftlichen Interessen.

Heute gibt es eine große Bandbreite von Vernetzungsmöglichkeiten. Ob in Verbänden, Vereinen, Kammern, Clubs, virtuell im Internet oder bei kommerziell organisierten Treffen – für nahezu jedes Interesse gibt es das passende Netzwerk. Trotz des Wandels ist ein Aspekt auch im Multimedia-Zeitalter erhalten geblieben: In vielen Netzwerken steht nach wie vor die persönliche Kontaktaufnahme im Vordergrund.

Ein Beispiel für moderne Vernetzung ist das Hamburger Branchennetzwerk Hamburg@work. Ziel dieser Organisation ist die Unterstützung von kleinen und mittleren Unternehmen aus den Bereichen Medien, IT und Telekommunikation. Verbände wie der Verband deutscher Unternehmerinnen (VdU) vertreten hingegen branchenübergreifende Interessen. Der größte Verband junger Unternehmer und Angestellter mit Führungsaufgaben in Deutschland sind zurzeit die Wirtschaftsjunioren. Ihr wichtigstes Ziel ist die Mitgestaltung der regionalen Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik.

Neue Wege des Networkings beschreiten Veranstalter, die Branchentreffen, Visitenkartenpartys oder Lunch-Clubs kommerziell organisieren. Ein Beispiel hierfür ist die Networx consulting GmbH. Für Führungskräfte einzelner Branchen bietet das Unternehmen kostenlos regelmäßige Treffen mit aktuellen Vorträgen an. Dienstleister zahlen für die Teilnahme einen Jahresbeitrag. Damit soll die Qualität der Kontakte und des Erfahrungsaustausches gewährleistet bleiben. Die finanzielle Grundlage dieses Netzwerkes basiert auf Firmen- und Medienkooperationen.

Schier „unbegrenzte“ Möglichkeiten der Vernetzung bieten virtuelle Networking-Plattformen wie www.openbc.de, auf denen sich Geschäftsleute mit ihrem Interessen-Profil präsentieren und Kontakte knüpfen können.

Um sich bei dem breiten Spektrum an Möglichkeiten dem richtigen Netzwerk anzuschließen, ist es wichtig, die Philosophie der jeweiligen Vereinigung zu kennen. Mit Blick auf die eigenen Ziele kann jeder Netzwerke finden, die seinen Vorstellungen entsprechen und ihm neue Möglichkeiten eröffnen. Es lohnt sich dabei, einzelne Netzwerke zu testen. Ein wichtiges Merkmal bei der Auswahl sind etwa die Voraussetzungen für einen Beitritt. Die Skala reicht von offenen Netzwerken ohne Aufnahmebeschränkung bis hin zu Vereinigungen, die ihre Mitglieder durch hohe Mitgliedsbeiträge oder Empfehlungen bewusst auswählen.

Die unkomplizierteste Art, um in das Networking einzusteigen, sind Visitenkartenpartys. Hier hängen Teilnehmer mit Visitenkarten bestückte Selbstdarstellungen auf Stellwänden aus – bei Interesse kommt man direkt ins Gespräch.

Auch die Handelskammer bietet verschiedene Gelegenheiten zum Networking, zum Beispiel das halbjährliche Forum „E trifft U“, wo sich Existenzgründerinnen mit Unternehmerinnen zur Kontaktpflege und zum Erfahrungsaustausch treffen.

Wer sich mit Gleichgesinnten vernetzen möchte, sollte sich Zeit bei der Suche nach einem passenden Netzwerk lassen. Hat man ein passendes Forum gefunden, gilt es, die Kontakte zu pflegen. Gewisse Spielregeln helfen, damit die Teilnahme ein Erfolg wird. So ist Networking keine Verkaufsplattform oder eine Möglichkeit, viele Visitenkarten zu verteilen. Vielmehr geht es um Beziehungspflege, den Austausch von Fachinformationen, Erfahrungen und Trends sowie das Durchsetzen von gemeinsamen Interessen und die Bildung von strategischen Allianzen. Grundgedanke aller Netzwerke ist das Geben und Nehmen zur gegenseitigen Förderung. Und: Bei der Teilnahme im richtigen Netz kann man nur gewinnen. „Wer sich heute gut vernetzt, kann morgen nicht runterfallen“, ist Networx Consulting-Geschäftsführer Tjalf Nienaber überzeugt.

Andrea Mohr
andrea.mohr@hk24.de
Telefon 36 13 8 621

Literatur

Andreas Lutz, Cornelia Rüping: Praxishandbuch Networking. Linde; 2005; 171 Seiten; 28,90 Euro

hamburger wirtschaft, Ausgabe Juli 2006