Handelskammer Hamburg 2006

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Existenzgründer

Du und die Sonne

Mit Hamburger Unterstützung vertreibt der Jungunternehmer Fode Youssouf Minthe Technik in alle Welt, die Strom für Krankenhäuser, Schulen und Wohnhäuser produziert. Die Geräte werden auch in Minthes Heimatland Mali eingesetzt. Dort ist der Rohstoff, mit dem die Geräte betrieben werden, im Überfluss vorhanden: Sonnenkraft.

„Du und die Sonne“ – mit diesen Worten begrüßt man sich in Mali, wo Fode Youssouf Minthe aufgewachsen ist. Ein Satz, der die Gegebenheiten in dem westafrikanischen Land widerspiegelt: Die Temperatur klettert bis auf 50 Grad, Regen gibt es selten. Gleichzeitig ist die Energieversorgung mangelhaft. „In meinem Heimatort gab es keinen Strom“, berichtet Minthe, „und bis heute ist die Kreisstadt nicht an das Elektrizitätsnetz angeschlossen.“ So lag es nahe, dass sich der Diplom-Ingenieur der Solartechnik verschrieb und ein Unternehmen für erneuerbare Energien gründete.

Die Faszination für die Sonnenenergie packte Minthe während seines Elektrotechnikstudiums in Deutschland. Später sammelte er als Ingenieur bei Projekten für deutsche Solarfirmen in Mali und Hamburg Erfahrungen, bevor er zusammen mit seiner Hamburger Frau die Firma Yandalux gründete, ein Großhandelsunternehmen für Solartechnik.

Yandalux exportiert vor allem Inselanlagen, bei denen die Energie nicht ins Netz gespeist, sondern in Batterien gespeichert wird. Diese Anlagen sorgen für die Beleuchtung von Schulen und Haushalten, die Kühlung von Medikamenten oder betreiben Fernseher. Energieeffiziente Solarpumpen fördern Trinkwasser oder bewässern Felder. Außerdem schult Minthe Ingenieure einer malischen Partnerfirma, die an entlegenen Orten Telekommunikationsanlagen installieren und warten. Ein eigenständiges Ingenieurbüro kümmert sich um die Projektierung von Solarparks und die Ingenieurdienstleistungen.

Mit seiner Fachkompetenz und seinem Konzept überzeugte der Gründer eine Geschäftsbank, die Bürgschaftsgemeinschaft Hamburg und die Handelskammer, die ihm ein positives Gutachten ausstellte. Bereits im Jahr 2005 hat sich der Umsatz auf sechs Millionen Euro verdoppelt. Ursächlich dafür sind zum einen die guten Kontakte, die Fode Youssouf Minthe zu Herstellern und Großhändlern in der mittelständisch geprägten Branche hält, zum anderen das rasante Wachstum, das die Photovoltaik dank günstiger politischer Rahmenbedingungen erfährt.

Die Fördermittel sind gut angelegt, die Branche gilt als Jobmotor: Bundesweit arbeiten in der Solarbranche nach Angaben des Verbandes der Solarwirtschaft mehr als 40000 Menschen, Tendenz steigend. Viele der Unternehmen sind in der Metropolregion Hamburg tätig, die eine gute Infrastruktur für ihre internationalen Tätigkeiten bietet.

Von den weltweit produzierten Solarmodulen nimmt Deutschland etwa die Hälfte aller Einheiten auf. Auf den internationalen Märkten sind die Solarmodule bereits knapp geworden. „Die Nachfrage nach erneuerbaren Energien wächst“, sagt Minthe, „die Chancen werden weltweit positiv beurteilt, und viele Länder wollen die Nutzung erheblich ausbauen. Die Solarenergie wird ein zunehmend wichtiger Bestandteil der Energieversorgung und damit auch immer günstiger.“

Rainer Brodowski
rainer.brodowski@hk24.de
Telefon 36 13 8 425
hamburger wirtschaft, Ausgabe Oktober 2006