Handelskammer Hamburg 2006

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Azubi-Umfrage

Ausbildung integriert

Für Lehrstellensuchende ist unsere Handelskammer weiterhin einer der wichtigsten Ansprechpartner. Dies bestätigt unsere Azubi-Umfrage 2006, deren Ergebnisse jetzt vorliegen. Erneut stellten wir auch fest, dass über die Hälfte der Azubis ihren Schulabschluss nicht in Hamburg erworben haben. Erstmals untersucht wurde, wie viele Auszubildende in Hamburg ausländische Wurzeln haben.

Die Azubi-Umfrage 2006 unserer Handelskammer hat Ergebnisse der letztjährigen Befragung bekräftigt aber auch wesentliche neue Erkenntnisse geliefert. Befragt wurden diesmal junge Menschen, die 2005 ihre Ausbildung in einem Mitgliedsunternehmen begonnen haben.

Wie bereits in früheren Umfragen deutlich wurde, hatte auch diesmal jeder zweite Umfrage-Teilnehmer in den Bereichen Industrie, Handel und Dienstleistungen seinen letzten Schulabschluss nicht in der Hansestadt gemacht. Dies belegt zwar die erfreuliche Anziehungskraft Hamburgs für junge Menschen aus anderen Regionen. Es zeigt aber auch, dass ein Teil der Hamburger Schulabgänger gegenüber Lehrstellensuchenden anderer Bundesländer nicht wettbewerbsfähig ist.

Mit Blick darauf und auf die laut der PISA-Studie im Bundesvergleich unterdurchschnittlichen Leistungen Hamburger Schüler ist eine nachhaltige Qualitätsverbesserung an Hamburgs allgemeinbildenden Schulen notwendig. Eine große Chance dazu bietet das Gesetz zur „Selbstverantworteten Schule“, das die Bürgerschaft am 11. Mai verabschiedet hat.

Ein weiterer wesentlicher Aspekt unserer Azubi-Umfrage 2006 war die Frage, auf welche Weise junge Menschen ihren Ausbildungsbetrieb fanden. Am häufigsten haben die Auszubildenden darauf Hinweise oder Unterstützung durch Familie, Freunde oder Bekannte genannt. Knapp jeder fünfte (19 Prozent) fand so seine Lehrstelle. An zweiter Stelle folgt die Online-Lehrstellenbörse unserer Handelskammer (15,1 Prozent), in der Hamburger Unternehmen Lehrstellen anbieten und Lehrstellensuchende ihr Bewerberprofil hinterlegen können.

Vielen Lehrlingen half, dass sie zuvor ein Praktikum oder eine Einstiegsqualifzierung in ihrem jetzigen Ausbildungsbetrieb absolviert hatten. Dies, so zeigt die Umfrage, ist insbesondere für Auszubildende mit Hauptschulabschluss ein wichtiger Faktor. Jeder vierte aus dieser Gruppe (25,5 Prozent) erhielt so eine Lehrstelle. Von der Gesamtzahl der Umfrage-Teilnehmer hatten 14,1 Prozent zuvor ein Praktikum oder eine Einstiegsqualifizierung durchlaufen.

Die Umfrage zeigt, dass die Handelskammer mit ihren beiden Angeboten der Online- und der Parkett-Lehrstellenbörse zusammen fast genauso viele junge Menschen (15,8 Prozent) bei ihrer erfolgreichen Lehrstellensuche unterstützen konnte wie die Arbeitsagentur mit ihrer Online-Datenbank und ihren Berufsberatern (16,5 Prozent).

Für Lehrstellensuchende mit einem Hamburger Schulabschluss ist die Handelskammer sogar die erfolgreichste Anlaufstelle bei der Lehrstellenvermittlung. Jeder fünfte aus dieser Gruppe (19,4 Prozent) fand seinen Ausbildungsbetrieb mit Hilfe der Handelskammer – größtenteils mittels unserer Online-Lehrstellenbörse, aber auch über die Hanseatische Lehrstellenbörse, die die Handelskammer jeden September ausrichtet. 16,1 Prozent der Auszubildenden mit Hamburger Schulabschluss wurden durch die Online-Datenbank und die Berufsberater der Agentur für Arbeit vermittelt.

Erstmals hat die Azubi-Umfrage in diesem Jahr das Thema Migration aufgegriffen. Betrachtet man ausschließlich die Staatszugehörigkeit Hamburger Auszubildender, ergibt sich ein Anteil nichtdeutscher Auszubildender von knapp fünf Prozent. Jeder fünfte Befragte (21,1 Prozent) hat jedoch ausländische Wurzeln, das heißt: Er oder sie ist im Ausland geboren oder hat mindestens einen Elternteil, der nicht in Deutschland geboren wurde. Dieser relativ hohe Anteil zeigt, welchen wichtigen Beitrag das duale Ausbildungssystem zur Integration von Zuwanderern leistet.

Den größten Anteil innerhalb der Gruppe der Auszubildenden mit ausländischen Wurzeln stellen Lehrlinge russischer Herkunft (23,1 Prozent), gefolgt von solchen mit polnischer (16,1 Prozent) und türkischer Herkunft (11,1 Prozent). Oft sind für diese Auszubildenden ihre interkulturellen und sprachlichen Kompetenzen im Berufsleben sehr hilfreich. „Meine Fremdsprachenkenntnisse waren von großem Vorteil bei Bewerbungen“, sagt etwa Larissa Hartmann. Als Auszubildende in der Zentrale der Fielmann AG kann sie ihre Russisch- und Polnisch-Kenntnisse bei Telefonaten sowie Übersetzungen von Faxen und Briefen einsetzen. Und Diana Heimbuch, angehende Schifffahrtskauffrau bei der Peter W. Lampke GmbH & Co. KG, möchte ihre Kenntnisse der russischen Sprache und Kultur nach ihrer Ausbildung nutzen. „Ich würde gern einmal in einer Auslandsvertretung unseres Unternehmens arbeiten.“

Torsten König
torsten.koenig@hk24.de
Telefon 36 13 8 456

Infos und Kontakte

Die Parkett- und Online-Lehrstellenbörsen unserer Handelskammer finden Sie unter www.hamburger-lehrstellenboerse.de Die Azubi-Umfrage 2006 steht unter www.hk24.de,
Dok.-Nr. 24770

hamburger wirtschaft, Ausgabe Juli 2006