Handelskammer Hamburg 2006

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Heinrich Helbing GmbH

Helbing Kümmel

Das Produkt

Serviert wird er standesgemäß eiskalt, in einem gefrosteten Glas. „Helbing Kümmel“ gilt bei Spirituosen-Liebhabern als das hanseatische Nationalgetränk schlechthin. Denn der „Klare“ entsteht in einer der ältesten Brennereien Hamburgs.

Hauptbestandteil des Getränks ist der Samen der sichelförmigen Doldenpflanze „Carum Carvi“, oder schlichter: Kümmel. Das genaue Rezept ist aber ein seit 170 Jahren gut gehütetes Geheimnis. Auch Jutta Matthiesen verrät es nicht. Sie ist Mitinhaberin der Unternehmensgruppe Borco-Marken-Import, die Helbing Kümmel vertreibt. „Nur die feinsten Zutaten, Kümmelsamen und Getreidealkohol, ergeben diese Qualität“, sagt Matthiesen. Die Unternehmerin setzt auf Kümmel aus dem Nordsee-Raum: „Das ist das ideale Anbaugebiet.“ Wer vermutet, Kümmel sei ein Getränk für Senioren, dem widerspricht Jutta Matthiesen lächelnd. Der bekömmliche Schnaps sei bei Konsumenten ab 25 Jahren wegen seines milden Kümmelgeschmacks gleichermaßen beliebt, erzählt die Firmenchefin. Übrigens zu gleichen Anteilen bei Männern und Frauen. Dafür spricht auch die Tatsache, dass die Brennerei im Jahr 2005 rund 800 000 der 0,7-Liter-Flaschen verkauft hat. Für dieses Jahr rechnen die Hamburger mit etwa einer Million Flaschen.

„Wir haben ein sehr gutes Image“, sagt Jutta Matthiesen. Und darum taucht die dunkelgrüne Flasche auch bei offiziellen Anlässen häufig auf. So wird im Hamburger Rathaus mancher Staatsgast mit dem Hamburger Klaren begrüßt. Vor allem Bürgermeister Carl Friedrich Petersen, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Hansestadt regierte, soll bei Empfängen gern mit einem Glas Helbing Kümmel angestoßen haben.

Die Geschichte

Johann Peter Hinrich Helbing und seine Familie siedelten auf Wunsch des Grafen Schimmelmann in der Mitte des 18. Jahrhunderts von Dresden nach Hamburg um. Johann Peter Hinrich Helbing experimentierte später erfolgreich mit der Kunst des Schnapsbrennens, gründete am 14. Februar 1836 die Brennerei „Heinrich Helbing“ in Wandsbek und verkaufte erstmals „Helbing Kümmel" mit 35 Prozent Alkoholgehalt. Der kam bei den Kunden so gut an, dass sein Sohn, Christoph Heinrich Helbing, den kleinen Betrieb zu einem der größten deutschen Hersteller von Spirituosen ausbaute. Im Jahr 1900 arbeiten bereits mehr als 400 Menschen in der „Helbingschen Dampf-Kornbrennerei und Presshefefabrik“. Sie stellen unter anderem mit 14 Dampfmaschinen rund 522 Millionen Liter Alkohol sowie Spirituosen und Liköre her. Seit 1974 gehört die Brennerei Helbing zur Borco-Marken-Import-Gruppe, die in Hamburg 150 Mitarbeiter beschäftigt. Das inhabergeführte Unternehmen hält nach eigenen Angaben einen 40-prozentigen Marktanteil im Bereich der Kümmel-Spirituosen. Die meisten Flaschen verkauft Helbing in Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen. Der Schnaps rundet den Geschmack vieler deftige Gerichte aus der Region ab, etwa Grünkohl, Matjes, Spargel und Schinken sowie Krautspezialitäten.

Das Unternehmen

Die Unternehmensgruppe Borco-Marken-Import vertreibt und produziert seit 1972 internationale Spirituosen und Weine. Rund 60 Marken sind inzwischen unter diesem Firmendach angesiedelt. Neben Helbing Kümmel gehören dazu unter anderem „Sierra Tequila“, „Fernet-Branca“, „Di Saronno“ und „Lanson Champagner“. Insgesamt erwirtschaftete das Unternehmen im Jahr 2005 einen Umsatz in Höhe von 275 Millionen Euro.

Katrin Pliszka
redaktion@hamburger-wirtschaft.de
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hamburger wirtschaft, Ausgabe März 2006