Handelskammer Hamburg 2007

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Edeka

Macher in der Region

Die „Einkaufszentrale der Kolonialwarenhändler im Halleschen Torbezirk zu Berlin“ – besser bekannt als Edeka – feiert ihr 100-jähriges Bestehen. Deutschlandweit 10000 Märkte, insgesamt 253000 Mitarbeiter und ein Umsatz von über 37 Milliarden Euro, das ist die stolze Bilanz zum Jubiläum.

Will man einen typischen Edeka-Kaufmann vorstellen – Hellmut Kröger ist einer. Der 63-Jährige hat das Geschäft mit Lebensmitteln von der Pike auf gelernt. Von der Ausbildung über die Filialleitung bis hin zur Selbstständigkeit – alle Karrierestationen führten über die Edeka.

Mit seiner Frau Christel kaufte er 1974, mit Unterstützung der Edeka, einen Nachbarschaftsladen in der Wandsbeker Chaussee. Seit dieser Zeit haben sich die Kaufleute wie Kröger den Herausforderungen, den der Wandel im Lebensmitteleinzelhandel mit sich bringt, stellen müssen: Zuwächse von Verkaufsflächen, Modernisierungen und technischer Fortschritt beispielsweise bei den Kassensystemen und im Warenlager.

Heute betreibt Hellmut Kröger zwei von insgesamt 140 Edeka-Märkten in Hamburg und zwei weitere in der Metropolregion mit insgesamt 6000 Quadratmetern Verkaufsfläche. Seine drei Söhne, die Ehefrau und die Schwiegertöchter arbeiten in den vier Filialen mit. Die Kaufleute organisieren sich selbstständig innerhalb der Edeka-Gruppe und geben ihre Erfahrungen mit den Sortimenten oder der Ausbildung intern weiter. „Meine Söhne sind alle bei der Edeka; sie haben bereits bei Edeka- und Spar-Kaufleuten gelernt,“ sagt der stolze Vater. „Der älteste Sohn Sönke machte eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann und anschließend die interne Zusatzausbildung zur Führungskraft Handel. Mit 22 Jahren war er bereits Marktleiter“, sagt Kröger. Solche Karrieren sind im Lebensmitteleinzelhandel möglich. In Krögers vier Filialen sind momentan fünf Azubis und fünf Handelsfachwirte der Edeka-Gruppe beschäftigt. Christin Kessler hat im August 2006 bei Feinkost Kröger in Blankenese eine Ausbildung als Kauffrau im Einzelhandel begonnen. Die 18-Jährige hat bereits einige Abteilungen im Markt durchlaufen. Auch bei den Auszubildenden ist der direkte Draht zu den Kunden wichtig: „Viele Stammkunden, darunter auch ältere Kunden, kennen mich bereits und freuen sich, mich zu sehen.“

Aber nicht nur Kröger kann mit Stolz auf das 100-jährige Jubiläum der Edeka blicken, sondern auch die Hamburger Märkte von Clausen und vielen anderen Kaufleuten. Mitfeiern können auch die Spar-Kaufleute wie Struve, Glasmeyer und Niemerszein, die seit 2005 zur Edeka gehören. Am 21. Oktober 1907 wurde in Leipzig der „Verband deutscher kaufmännischer Genossenschaften“ von Karl Biller und Fritz Borrmann gegründet und damit der Grundstein der Edeka gelegt.

Knapp ein Viertel der Edeka-Kaufleute führt einen Regiebetrieb, der von einer Regionalgesellschaft gesteuert wird. Der Großteil der Kaufleute sind hingegen selbstständige Einzelhändler, die in Genossenschaften organisiert sind. Jeweils zu 50 Prozent halten sie Anteile an den sieben Regionalgesellschaften (von Edeka-Nord bis Edeka-Südbayern) und an der Hamburger Edeka-Zentrale AG & Co. KG. Während die Regionalgesellschaften das operative Geschäft übernehmen, ist die Zentrale in Hamburg für die strategische Steuerung und das Warengeschäft verantwortlich. Edeka ist die Nummer eins im Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland. Den Erfolg des Unternehmens sieht Katrin Duschau, eine Sprecherin der Edeka-Zentrale, auch in der Vermarktung der regionalen Lebensmittel: „Unter unserem Slogan ‚Das Beste aus unserer Region’ bieten wir ein reichhaltiges Sortiment heimischer Lebensmittel an.“

Bettina Sulicki
bettina.sulicki@hk24.de
Telefon 36 13 8 788

hamburger wirtschaft, Ausgabe Oktober 2007