Handelskammer Hamburg 2007

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Krisenmanagement

Rettungsanker für Unternehmen

Wenn Unternehmer in der Krise stecken, lassen sich nur wenige von externen Fachleuten helfen. Die meisten scheuen vor allem die Kosten einer Beratung. Dabei ist guter Rat gar nicht teuer. Doch man muss ihn rechtzeitig nutzen.

Rückläufige Umsätze, verspätete Anpassung des Angebots, schleppende Zahlungseingänge oder gar Forderungsausfälle sind nur einige Probleme, die zu ernsten Schwierigkeiten führen können. Kommen dann noch Managementfehler hinzu, ist der finanzielle Kollaps meist programmiert. Doch je früher die Fehlentwicklung erkannt wird, desto wirkungsvoller lässt sie sich bekämpfen. Und der Unternehmer steht nicht allein: Mit den Beratungshilfen „Runder Tisch“ und „Turn Around Beratung“ bietet die Handelskammer zusammen mit der KfW-Mittelstandsbank wirksame Instrumente zur Krisenbewältigung an.

Dass in einen Liquiditätsengpass auch eingeführte Unternehmen geraten können, zeigt das Beispiel eines Fachbetriebes für Sicherheitstechnik. Die zurückgehenden Umsätze reichten zur Deckung der laufenden Kosten nicht mehr aus. In dieser Zwickmühle wandte sich der Inhaber an seine Handelskammer. Die Situation war brenzlig, denn der Kreditrahmen bei der Hausbank war ausgereizt. Die Handelskammer schickte umgehend einen versierten Krisenberater: Rainer Elste. Der stellte nach eingehender Analyse fest: „Wenn der Familienbetrieb die Marketingmaßnahmen optimiert und zusätzliche Artikel anbietet, sollte der Turn Around gelingen“. Der Inhaber gab zu: „Mir ist deutlich geworden, wie viel betriebswirtschaftliches Wissen mir zur Analyse und Planung unserer Geschäftsabläufe fehlte. Jetzt weiß ich, womit ich Geld verdiene und womit nicht.“ Entscheidende Grundlage für die Neuausrichtung war eine neue Liquiditätsspritze der Bank, für die Berater mittlerweile gesorgt hat.

Das Unternehmen der Sicherheitstechnik ist nur ein Beispiel für ein gelungenes Krisenmanagement. Seit dem Start des Betreuungsprojekts „Runder Tisch“ im Jahr 1999 haben 434 Unternehmen mit insgesamt 3580 Arbeitsplätzen diese Hilfe in Anspruch genommen. Die Erfolgsquote von etwa 60 Prozent zeigt, dass viele Unternehmen und Arbeitsplätze gerettet werden konnten. Die hohe Zahl der Pleiten ließe sich sicher weiter verringern, würden mehr Betriebe dieses Angebot rechtzeitig nutzen. Besonders gefährdet sind junge Unternehmen, von denen nur jedes zweite die ersten fünf Jahre überlebt. Hier zeigt sich schon in einem frühen Stadium, ob Gründer und Konzept den Anforderungen des Marktes Stand halten. Aber auch später treten häufig Fragen zur Sicherung des Unternehmens auf.

Sven Gabriel
sven.gabriel@hk24.de
Telefon 36 13 8 433

Infos und Kontakte

Am 14. Juni nimmt die Handelskammer am bundesweiten IHK-Telefonsprechtag „Sicher in die Unternehmenszukunft, Erkennen – Bewerten – Handeln“ teil. Rufen Sie von 10 bis 13 Uhr die Telefonnummer 36 13 8 131 an. Dort erhalten Sie kompetenten Rat von Experten zur Unternehmensführung, Finanzierung, Wachstumssicherung, Krisenbewältigung und zu weiteren Themen.

hamburger wirtschaft, Ausgabe Juni 2007