Handelskammer Hamburg 2009

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Öko-Nomen

Dan Dombrowe

bringt Soul in den Norden. Im Ferienpark „Weissenhäuser Strand“ organisiert er mit seiner Hamburger Eventagentur jährlich das Indoor Musikfestival „Baltic Soul Weekender“ und holt dafür amerikanische Soullegenden aus dem Vorruhestand. „Viele Künstler treten bei uns nach langer Zeit wieder live vor Publikum auf“, sagt der 36-Jährige. Die Idee zum Wochenendfestival (www.baltic-soul.de) kam dem Soulfan bei seinem Linguistikstudium in London. Dort gehören Festivals schon lange zur Tradition. Zurück in Deutschland, begann Dombrowe zunächst in Köln kleinere Veranstaltungen zu organisieren. Doch schon bald waren die Auftrittsorte zu klein. Deshalb suchte er nach einer größeren Location und wurde an der Ostsee fündig. Zwei Jahre verhandelte er mit der Ferienanlage, um das Festival auf die Beine stellen zu dürfen. Heute gehört der „Baltic Soul Weekender“ zu den größten Soulveranstaltungen Deutschlands. Inzwischen geben sich selbst Legenden wie die Temptations und Ann Sexton die Ehre. Dabei bieten Dombrowe und sein Team den Besuchern den kompletten Service: Von der Unterkunft über Kinderbetreuung bis hin zur Wellnessstunde. „Wir wollen den Fans keine Ausrede geben, um nicht teilzunehmen“, so der gebürtige Bielefelder, der jahrelang als DJ durch die Welt tourte. Seinen nächsten Coup hat er auch schon im Visier: Im Herbst möchte er das „Soulfever“ auch auf der spanischen Insel Gran Canaria steigen lassen.

Claudia Kay und Petra Schumann

wissen, „Was Frauen wollen“. In ihrem gleichnamigen Geschäft beraten sie Herren auf der Suche nach einem Geschenk und bieten Originelles für jeden Anlass: von Schmuck über Dessous bis hin zur Wohnungsdekoration – stets individuell auf die Beschenkte abgestimmt. Kay und Schumann holten ihre Geschäftsidee aus der Praxis: „Im Freundeskreis fiel uns auf, dass Männer oft Probleme haben, ein passendes Geschenk zu finden.“ Damit nie wieder eine Salami, Geschirrtücher oder eine Brotbackmaschine auf dem Gabentisch liegen, eröffneten die beiden Marketing-Kommunikationswirtinnen im Dezember ihr Geschäft in der Burchardstraße. Für Romantiker organisieren sie sogar Szenen, wie man sie nur aus Filmen kennt. So dekorierten sie für die Frau eines Kunden ihr Schaufenster mit einem persönlichen Geburtstagsgruß, der dann „ganz zufällig“ entdeckt wurde. Ebenso individuell sind die Brettspiele und Reisetagebücher, die Kay und Schumann inhaltlich auf die Beschenkte zuschneiden. Wie die Geschäftsidee ankommt? „Sehr gut“, sagen sie. „Besonders bei den Frauen.“

Karime Vakilzadeh

geht nicht mehr ohne. Gemeint ist „Umlibris“, die Stoff-Buchhülle mit Gedicht. Für die Schauspielerin kam der Erfolg praktisch über Nacht. „Ich schlafe oft sehr schlecht, fange an zu grübeln – und dabei kommen mir die besten Ideen“, erzählt die 49-Jährige. Bevor es mit der Umlibris-Produktion aber richtig losgehen konnte, mussten einige Fragen beantwortet werden: „Wo bekomme ich qualitativ guten Stoff her? Wie gelangen die Texte auf die Buchhüllen? Und vor allem: Wie kann ich meine Idee finanzieren?“, so Vakilzadeh. Bruder und Freunde unterstützten sie – nicht nur praktisch, sondern auch finanziell. Von dem Geld kaufte sie sich eine Siebdruckmaschine und kümmerte sich um einen Stofflieferanten. „Von Siebdruck hatte ich zunächst keine Ahnung, aber eine freie Siebdruckerin hat mir die notwendigen Handgriffe gezeigt“, erzählt Vakilzadeh. Ein dreiviertel Jahr hat sie für die gesamte Entwicklung benötigt. Dann bekam sie von der Zeitschrift „Brigitte“ einen Großauftrag: 1?500 Buchhüllen mussten innerhalb von sieben Wochen produziert werden. Kurzerhand funktionierte die Jungunternehmerin ihre Wohnung zur Produktionsstraße um – überall wurde Stoff von Hand geschnitten, es wurde genäht, gedruckt, gebügelt und verpackt. Die Buchhüllen gibt es in den Größen S, M und L und werden über Karime Vakilzadehs Firma Immer Dichter KG (www.immer-dichter.de) in Buchhandlungen vertrieben. So wird jedes Buch zum Gedicht.

hamburger wirtschaft, Ausgabe September 2009