Handelskammer Hamburg 2009

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Sprachreisen

Im Urlaub auf Kurs

Ferien heißt für viele: Sonne, Strand und die Seele baumeln lassen. Man könnte aber auch seine Fremdsprachenkenntnisse auffrischen. Von der Kombination des Urlaubsmit einem Sprachkurs profitiert zudem das Unternehmen.
Vorsprung durch sicheres und kompetentes Auftreten bei Gesprächen mit Geschäftspartnern jenseits der deutschen Grenze: Nicht allein der Spaß an fremden Sprachen ist die ausschlaggebende Entscheidung, die Sprachkompetenz zu fördern. Oftmals sind es neue berufliche Her­ausforderungen – beispielsweise die Betreuung von ausländischen Kunden oder eine bevorstehende Präsentation – die dem Betroffenen jäh vor Augen führen: Mit den vorhandenen Sprachkenntnissen wird das nicht gelingen.

„Für einige stehen aber auch wichtige Verhandlungen an, die eine Auffrischung der benötigten Fremdsprache notwendig machen“, erklärt Henning Prüß, Geschäftsführer von Tandem. Die Internationale Sprachenschule in Altona arbeitet mit 20 Partnerschulen im Ausland zusammen und bietet maßgeschneiderte Sprachprogramme an. So auch in Frankreich an den Standorten Toulouse, Montpellier und Lyon. Maximal sechs Stunden täglich wird die Landessprache in kleinen Gruppen gebüffelt – danach werden Kultur und Lebensart der Menschen erforscht. Die sogenannten Tandem-Lernpartnerschaften sorgen dafür, dass ein fester Sprachpartner vor Ort auch nach Schulschluss die französische Sprache trainiert – dafür wird ihm im Gegenzug Deutsch beigebracht.

Die meisten Anbieter haben Sprachreisen als staatlich anerkannten Bildungsurlaub im Gepäck. Das Recht auf individuelle Fort- und Weiterbildung hat jeder Arbeitnehmer, der sechs Monate einem Betrieb angehört und seinen Arbeitgeber recht­zeitig schriftlich über den Bildungsurlaub informiert. Sprechen wichtige betrieb­liche Gründe dagegen, kann der Bildungsurlaub – fünf Tage pro Jahr oder innerhalb von zwei Jahren als Block von zehn  Tagen – abgelehnt werden. Das Gehalt wird während dieser Bildungsfreistellung weitergezahlt. Die Kosten für die Sprachreise trägt der Beschäftigte, der je nach Reiseziel, Unterbringung und gewählten Sprachmodulen vor Ort den auf seinen Geldbeutel abgestimmten Bildungsurlaub wählen kann.

Unschlagbar im Preis-Leistungs-Verhältnis ist die Unterbringung in Gastfamilien. Ob 20, 40 oder 60 Jahre – das gemeinsame ­Wohnen unter einem Dach mit der Gast­familie ist völlig altersunabhängig. Der gewünschte Komfort kann ähnlich wie im Hotel gewählt werden. „Es gibt unterschiedliche Kategorien, vom Doppelzimmer mit gemeinsamem Bad bis hin zum Einzelzimmer mit ­eigenem Bad und Vollpension“, erklärt Annett Beyer vom Inlingua Sprachcenter Hamburg.

Die Einrichtung in der Spitalerstraße setzt bei der Sprachausbildung in fernen Ländern auf das weltweite Inlingua-Netzwerk. Beim hochintensiven Einzeltraining in Business-English mit bis zu 40 Trainingseinheiten pro Woche und einem individuellen Trainingsplan ist schon so mancher Beschäftigte für die wichtige Präsentation mit seinen englischen Geschäftspartnern fit gemacht worden. Oder soll es lieber das „Maximum Intensity Program“ (MIP) sein? Täglich zehn Einheiten Einzeltraining mit einem Maximum an Sprechzeit, Übungsmöglichkeit und Input.

Mit dem Sprachdiplom in der Tasche kehren auch die Teilnehmer von Conil-Reisen nach Hamburg zurück. Die kleine Agentur in Eimsbüttel arbeitet als Kooperationspartner mit der Academia Andaluza zusammen. Die spanische Sprache wird ausschließlich in Conil de la Frontera im malerischen Andalu­sien angeboten. An der Atlantikküste tauchen Teilnehmer in die Landeskunde und die spanische Sprache ein, die auf einer modernen Sprachenschule vermittelt werden. Für das pas­­­sende Urlaubsgefühl sorgt die be­sondere Unterbringung. „Es gibt wunderschöne Stadtwohnungen in Conil, die für die Dauer des Sprachkurses von uns vermietet werden“, erzählt Claudia Reincke von Conil-Reisen.

Noch eins drauf setzt der Anbieter Senzaparole. In dem ehemaligen Kloster Convento Santa Maria del Giglio oberhalb des Lago di Bolsena können Teilnehmer nach ihrem italienischen Sprachtraining die Aussicht auf die Landschaft Umbriens genießen. „Einfach, aber besonders“, lautet die Definition von Viola Plath-Arrougi von Senzaparole in der Langen Reihe. Der Sprachurlaub findet in kleinen Kursen mit Intensivtraining statt und kann als Bildungsurlaub gebucht werden.

Die Möglichkeit des bezahlten Freistellungsanspruches für Arbeitnehmer wird nach wie vor mit Malta in Verbindung gebracht. Englisch lernen bei 26 Grad Wärme im November – das begeistert immer noch viele. Der Anbieter Colón hält einen bunten Blumenstrauß an Reisezielen bereit. Australien, Neuseeland, Irland, Kanada und sogar Südafrika mit Unterbringung in einer herrschaftlich anmutenden Residenz: Das sind weitere Beispiele für die individuelle „Weiterbildungs­offensive“ mit Sprachtraining inklusive Ur­­laubsfeeling – und einem hohen Nutzwert für Beschäftigte und deren Chefs.
Nicola Sieverling
redaktion@hamburger-wirtschaft.de
Telefon 36 13 8 305

Informationen

Academia Andualuz c/o Conil-Reisen
Telefon: 43 37 72
www.academia-andaluza.net

Fremdsprachen-Institut Colón
Telefon: 34 99 38 48
www.colon.de

Inlingua Hamburg
Telefon: 325 88 70
www.inlingua-hamburg.de

Senzaparole
Telefon: 24 37 39
www.senzaparole.de

Tandem Hamburg Internationale Sprachenschule
Telefon: 38 19 59
www.tandem-hamburg.de

hamburger wirtschaft, Ausgabe März 2009