Handelskammer Hamburg 2009

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Mitarbeitermotivation

Auto statt Geld

Firmenwagen sind bei Mitarbeitern ein beliebtes Statussymbol. Auch mit einem geleasten Fuhrpark können Arbeitgeber Geld sparen – vorausgesetzt sie achten auf die Rahmenbedingungen.
Hinter dem Lenkrad eines komfortablen Firmenwagens sitzen: Das bleibt in Unternehmen meist den Führungskräften vorbehalten. Dabei kann diese Form der Wertschätzung auch ausgewählten Mitarbeitern angeboten werden und als Teil einer erfolgreichen Personalpolitik gezielt zum Einsatz kommen.

Eine Emnid-Umfrage hat ergeben, dass sich mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer zwischen Flensburg und Bodensee einen Dienstwagen wünscht. Bei den unter 30-Jährigen sind es sogar 70 Prozent. Denn der Firmenwagen ist und bleibt ein beliebtes Sta­tussymbol, das für Erfolg und Anerkennung steht.

Die für Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichermaßen vorteilhafte Lösung funktioniert nach einem simplen Grundprinzip: Der Mitarbeiter verzichtet auf einen Teil seines Bruttogehaltes und erhält dafür einen Firmenwagen, den er geschäftlich und privat nutzen darf. Ein Teil der Lohnzahlung wird also in einen Sachbezug umgewandelt.

Die Vorteile für Unternehmen: Der Chef kann mit dem Gehaltsumwandlungsmodell Kosten sparen, denn die Betriebskosten für den Wagen können steuerlich geltend gemacht werden. Ist das Fahrzeug geleast, entstehen zudem keine zusätzlichen Investitionen infolge einer Neuanschaffung. „Durch die Laufzeit von beispielsweise drei Jahren bindet der Arbeitgeber seinen Mitarbeiter an das Unternehmen“, sagt Thomas Löschmann, Vertriebsleiter Deutsche Leasing Fleet (DLF). „Mit einem Firmenwagen wird der Mitarbeiter motiviert, und dieses Modell steigert Image und Attraktivität des Unternehmens.“ Dennoch muss genau kalkuliert werden. Die markenunabhängigen Leasing-Spezialisten der DLF bieten Unternehmern mit Interesse am Modell „Auto statt Gehalt“ einen Online-Gehaltsrechner an, mit dem anhand ausgewählter Pkw-Modelle verschiedene Kalkulationen durchgespielt werden können. So kann festgestellt werden, wie sich die Alternative eines Leasing-Firmenwagens auf Unternehmen und Mitarbeiter auswirkt.

Für den Unternehmer rechnet sich das Modell „Auto statt Gehalt“ nur, wenn er absolute Planungssicherheit bei Kostenneu­tralität erhält. Wartung, Tanken, Versicherung – diese Kosten möchte er ohne großen Verwaltungsaufwand im Griff haben. Spezialisten wie die Deutsche Leasing Fleet bieten den gesamten Full Service mit festen Raten und der Verknüpfung der bestehenden Car Policy für den geleasten Fuhrpark. Das sichert dem Unternehmer gleichzeitig die Aufwandsneutralität, denn alternativ müsste er einen Mitarbeiter des Hauses mit der Berechnung und Betreuung des Gehaltsumwandlungsmodells abstellen.

Fazit: Das Gehaltsumwandlungsmodell lohnt sich für Unternehmen dann, wenn möglichst viele ihrer Mitarbeiter mit einem Firmenwagen bestückt werden können, denn die Umstrukturierung bedarf einer gewissen Vorbereitung. Wer nur ein oder zwei Angestellte mit den geldwerten Vorteilen locken kann, sollte seine Dienstfahrzeuge wie ­gewohnt nur für Führungskräfte nutzen. Ist das Gehaltsumwandlungsmodell jedoch mit Vorteilen für beide Vertragspartner realisierbar, glänzen die Unternehmen mit einem positiven Image als attraktiver Arbeitgeber, der seine Mitarbeiter mit einer kreativen Personalpolitik an sich zu binden weiß. Ein klarer Wettbewerbsvorteil, wenn es darum geht, freie Positionen mit Topmitarbeitern zu besetzen und längerfristig im Unternehmen zu halten.

Die Höhe des umgewandelten Gehaltes sollte im Idealfall der Full-Service-Leasingrate entsprechen. Der Mitarbeiter spart dann Lohnsteuer und die Kosten für ein eigenes Fahrzeug. Auch über Wartungs- und Reparaturkosten muss er sich keine Gedanken machen. Allerdings muss er den geldwerten Vorteil wie Einkommen versteuern. Dieser Betrag setzt sich aus zwei Komponenten zusammen. Position eins ist die pauschale Bewertung nach der Ein-Prozent-Regelung (vom Bruttolistenpreis des Firmenwagens). Ein Beispiel: Der Listenpreis für einen BMW 318 beträgt etwa 28 700 Euro. Daraus ergibt sich nach der Ein-Prozent-Regelung eine Summe von 287 Euro monatlich. Hinzu kommt als zweite Komponente die Entfernung vom Wohnort zur Arbeitsstätte: 0,03 Prozent vom Bruttolistenpreis pro Entfernungskilometer – bei 15 Kilometern macht das 129 Euro. Zusammengerechnet ergibt sich somit ein geldwerter Vorteil von 416 Euro monatlich oder 4 992 Euro pro Jahr.

Doch Steuern lassen sich für Mitarbeiter nur sparen, wenn der geldwerte Vorteil nicht zu hoch ist. Das heißt, je kürzer der Arbeitsweg und je niedriger der Bruttolistenpreis des Fahrzeuges ist, desto attraktiver der Firmenwagen. „Das Modell lohnt sich nicht für Mitarbeiter, die 150 Kilometer täglich von der Haustür bis zum Büro fahren müssen“, so Thomas Löschmann. Die tatsächliche Reduzierung der Lohnsteuer für den Mitarbeiter muss also eingehend durchgerechnet werden, bevor die entsprechende arbeitsvertragliche Regelung vereinbart wird. Bei der Hamburger Sparkasse, die das Gehaltsumwandlungsmodell seit drei Jahren anbietet, sind es denn auch „ausgewählte Mitarbeiter“, die in den Genuss eines Firmenwagens kommen. „Das Modell läuft bei uns sehr erfolgreich“, sagt
Haspa-Sprecher Marcus-Andree Schoene. „Es wird sehr oft nachgefragt.“

Nicola Sieverling
redaktion@hamburger-wirtschaft.de
Telefon 36138-305

hamburger wirtschaft, Ausgabe November 2009