Handelskammer Hamburg 2010

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Treffpunkt

HIGHLIGHT

Baudenkmal Handelskammer
„Reisen, Handel und Verkehr“ lautete in diesem Jahr das Motto des „Tag des offenen Denkmals“. Zu den mehr als 90 Denkmälern, die allein in Hamburg ihre Türen öffneten, gehörte auch die Neue Börse, der Sitz der Handelskammer. Mitarbeiter des Hauses boten Rundgänge an und zeigten den Besuchern sogar einige Räume, die sonst nicht öffentlich zugänglich sind. Dazu gehörten der Plenarsaal, die „Seufzerbrücke“, die Handelskammer und Rathaus miteinander verbindet, und der Börsenclub im „Haus im Haus“. Ein ­weiterer Rundgang führte von der Handelskammer aus über den Großen Burstah zum Hopfenmarkt und weiter zur Trostbrücke. Im Mittelpunkt dieser Führung standen die Geschichte und die künfti­ge Entwicklung des Nikolaiquartiers, der Wiege der Kaufmannstadt Hamburg. Die Commerzbibliothek präsentierte sich im Rahmen der zentralen Auftaktveranstaltung im Völkerkundemuseum. Zum Abschluss des „Tag des offenen Denkmals“ fand auf Einladung der Stiftung Denkmalpflege Hamburg ein Empfang im Börsensaal der Handelskammer statt. Die Organisatoren zogen Bilanz und zeigten sich sehr zufrieden: Mit mehr als 25 000 Besuchern war der „Tag des offenen Denkmals“ in Hamburg ein voller Erfolg.

Abaton wird energieeffizienter
Im Rahmen der bundesweiten IHK-Aktionswoche Energieeffizienz, die unter dem Motto „Kosten senken – Potenziale heben“ stand, konnten sich Handelskammer-­Präses Frank Horch und der Staatsrat der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, Christian Maaß, im Programmkino „Abaton“ ein Bild von den Beratungserfolgen der Energie-Lotsen der Handelskammer machen. Dank deren Beratung hat sich die Geschäftsleitung des „Abaton“ entschlossen, eine Kohlen­dioxid-Messung zu installieren. Damit ist es in Zukunft möglich, die Lüftungsanlagen der Kinosäle bedarfsgerecht zu steuern. Das sorgt nicht nur für konstant gute Luft, sondern hat auch erhebliche Energieeinsparungen zur Folge. Mit den Energie-Lotsen bietet die Handelskammer ihren Mitgliedsunternehmen einen kostenlosen Energieberatungsservice im Rahmen der „Umweltpartnerschaft Hamburg“. Ihr haben sich bislang mehr als 650 Unternehmen durch freiwillige Energie­effizienzmaßnahmen angeschlossen. Mehr zur „Umweltpartnerschaft Hamburg“ und den HK-Energie-Lotsen unter www.hk24.de/energieeffizienz.

Veranstaltet

Graduierungsfeier
Die HSBA Hamburg School of Business Administration hat zum neuen Studienjahr 185 Studenten aufgenommen. 165 Studienanfänger streben in den nächsten drei Jahren einen Bachelor-Abschluss an, 20 junge Berufstätige belegen das HSBA-Masterprogramm. Im Rahmen der Graduierungsfeier wurden zudem 134 Absolventen verabschiedet – nach angelsächsischer Tradition in schwarzen Umhängen mit blauer Schärpe und quadratischen Baretten. Handelskammer-Vizepräses Dr. Karl-Joachim Dreyer ehrte vier „Bachelors of Arts“ für ihre herausragenden akademischen Leistungen: Frederik Gronwald (HSH Nordbank) und Frederik Heidemann (Beiersdorf AG) erreichten einen Notendurchschnitt von 1,3. Die Note 1,4 steht im Zeugnis von Stefanie Kruse (Hamburger Sparkasse AG) und Neele Manßen (Jungheinrich AG).

Estland
Im Rahmen eines Estland-Forums besuchte Ahti Kuningas, Stellvertretender Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft und Kommunikation der Republik Estland, die Handelskammer. Kuningas unterstrich, dass sein Land die Wirtschaftskrise über­wunden habe und als Investitionsstandort gerade auch wegen seiner Lage im Schnittpunkt zwischen Russland und der EU interessant sei. „Wir gehören aber zu Europa und werden ab dem 1. Januar 2011 den Euro als offizielles Zahlungsmittel einführen“, sagte er. Auf dem Forum wurde der Ostseestaat seinem Ruf als modernes und technikfreu­diges Land gerecht, denn von Tallinn aus schaltete sich per Skype Wirtschaftsminister Juhan Parts hinzu und ermutigte die Teilnehmer des Forums zu Geschäften mit Estland.

Hochschultagung
Beim vierten HSBA-Symposium zum Thema „Management by Generation“ kamen 20-jährige Studenten, 35-jährige Personalleiter und 60-jährige Geschäftsführer zusammen. Sie diskutierten über nachhaltige Unternehmensführung und Wertewandel zwischen Wirtschaftswunder und Social-Media-Zeitalter. Organisiert von Studierenden der HSBA Hamburg School of Business Administration, stand das Symposium erstmals unter der Schirmherrschaft des Vereins „Versammlung Eines Ehrbaren Kaufmanns“, mit dem die Hochschule intensiv kooperiert. Ziel ist es, die durch den Verein verkörperten Werte in der Managementausbildung der HSBA zu verankern.

Kenia
Raila A. Odinga, Premierminister der Republik Kenia, war Ehrengast des German-Kenyan Business Day in der Handelskammer. In seiner Begleitung befanden sich Vizehandelsminister Simon Ogari sowie eine hochrangige kenianische Delegation von Vertretern aus Wirtschaft und Politik. Es war ein „Businesstreffen unter Freunden“, wie Vizepräses Dr. Jens Peter Breitengroß bei seiner Begrüßung formulierte. „Wir sind entschlossen, unser Land zu einem höchst ­attraktiven Handelspartner und sicheren Standort für Investitionen zu entwickeln“, erwiderte der Premier. Einen Erfolg kann Kenia bereits verbuchen: Im Weltbank-Ranking gehört es zu den zehn reformstärksten Ländern Afrikas.

Handelswelten

Die hohe Kaufkraft Hamburgs macht die Stadt für den Einzelhandel so attraktiv, dass viele Unternehmen hier noch erhebliches Wachstumspotenzial sehen. Die Lebensmitteleinzelhändler zum Beispiel entwickeln regelmäßig neue Märkte. Wie sie dabei vorgehen, stellten Rainer Wülbern für Edeka Nord und Niels Kratzin für den Discounter Lidl vor. Bernd Enge, Geschäftsführer der Niemerszein & Co. KG, schilderte, dass viele ältere Menschen nicht nur zum Einkaufen, sondern auch zum Kommunizieren in den Lebensmittelmarkt kämen, sodass sich der Einzelhandel auch darauf einstellen müsse.

Sambia

Johnston F. Chizinga, sambischer Botschafter, wurde bei seinem Antrittsbesuch in der Handelskammer von Vizepräses Dr. Jens Peter Breitengroß empfangen. Der Gast unterstrich den Bedarf seines Landes an Technik und Kapital aus dem Ausland und warb um Investitionen. „Wir wollen deutsche Firmen ins Land holen, und sie sollen bei uns in Sambia gut verdienen“, versprach der Botschafter. Für Projekte stünden Wasser, Energie, fruchtbare Böden, Bodenschätze und Manpower zur Verfügung. Eine Win-win-Situation könnte entstehen, wenn die vielen Ressourcen Sambias für die Entwicklung genutzt würden.

Lesung

Jürgen Petschulls Lesung aus seinem Roman „Der letzte Tanz im Paradies“ im Albert-Schäfer-Saal versetzte die 200 Zuhörer in die Karibik des Jahres 1898. Auch das herrliche Wetter hatte die Petschull-Fans nicht davon abhalten können, mit dem Autor anlässlich des 275. Jubiläums der Com­merzbibliothek auf Zeitreise zu gehen. Das Buch dreht sich um die Kolonial­geschäfte des ehemaligen Handelskammer-Präses und ungekrönten Südseekönigs Cesar Godeffroy.

Indien
Indien hat die Regeln für Auslands­investitionen geändert. Zudem wurde die Permanent ­Account Number eingeführt, die ausländische Unternehmen mit Geschäftsaktivitäten in Indien benötigen. Für 2011 sind Änderungen in der direkten Besteuerung vorgesehen. Darüber und über andere Chancen und Herausforderungen des indischen Marktes informierte die Handelskammer gemeinsam mit dem Ostasiatischen Verein und dem Beratungsunternehmen Rödl und Partner. In seinem Grußwort an die Teilnehmer der Veranstaltung betonte der indische Generalkonsul Dr. Vinod Kumar: „It’s high time to strike straight“, was so viel heißt wie „Es ist höchste Zeit, in Indien einzusteigen“.
hamburger wirtschaft, Ausgabe November 2010