Handelskammer Hamburg 2010

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Expo 2010

Haus der versteckten Energien

Das „Hamburg House“, das auf dem Gelände der Weltausstellung Expo 2010 in Shanghai entsteht, ist das erste zertifizierte Passivhaus Chinas. Es soll Akzente für eine nachhaltige Stadtentwicklung setzen und die damit verbundene Hamburger Kompetenz international vermarkten.
Hamburg präsentiert sich auf der Expo 2010 in Shanghai mit dem ersten zertifizierten Passivhaus der Volksrepublik China. Das „Hamburg House“ soll die Hansestadt als innovative und lebenswerte Metropole am Wasser präsentieren. Es hat seinen archi­tektonischen Ursprung im sogenannten ­„H2O-Gebäude“ der Hafencity und wurde nach neuesten technischen Standards an die Klimaverhältnisse in Shanghai angepasst.

Hamburg erhofft sich von der sechsmonatigen Präsenz während der wohl alle bisherigen Rekorde schlagenden Expo in Shanghai mehrere Vorteile. So soll das Gebäude die in der Hansestadt vorhandene Kompetenz zum Thema nachhaltiges und energieeffizientes Bauen betonen. Außerdem sollen durch die Ausstellung im „Hamburg House“ die ­Hamburger Wirtschaftscluster und Hamburgs China-Kompetenz noch bekannter werden.

Vor dem Hintergrund einer von Klimawandel und Globalisierung geprägten Welt und der zunehmenden Urbanisierung folgt die Weltausstellung dem Leitgedanken „Better City – Better Life“. Sie verfolgt das Ziel, den internationalen Erfahrungsaustausch über eine klimaschonende, nachhaltige, aber auch lebenswerte Stadtentwicklung voranzutreiben.

Erstmals wurde bei dieser Weltausstellung eine sogenannte „Urban Best Practice Area“ (UBPA) eingerichtet, auf der sich ergänzend zu den bekannten Länderpavillons 55 Städte und Regionen mit zukunftsorientierten Projekten vorstellen. Hamburg präsentiert sich als einzige deutsche Stadt mit einem eigenen Gebäude, dem „Hamburg House“. Im Gegensatz zu den meisten Expo-Pavillons wird es über die Weltausstellung hinaus Bestand haben und weiter genutzt werden. Die Baukosten von 4,2 Millionen Euro teilen sich die Hansestadt Hamburg und die Expo-­Gesellschaft.

Der Beitrag Hamburgs steht unter der ­Maxime der Nachhaltigkeit städtischen ­Lebens und setzt neue Maßstäbe für umweltverträgliches Bauen. Das von den Hamburger Architekten Spengler und Wiescholek sowie Dittert und Reumschüssel geplante Passivhaus-Konzept zeichnet sich durch eine ­beträchtliche Reduzierung des Energiebedarfs aus. Außerdem sollen sonst versteckte Energiequellen an einigen Stellen des Hauses sichtbar gemacht und in die Ausstellung einbezogen werden. Besonders niedrig soll der er­wartete Primärenergiebedarf sein, der für den Betrieb des Hauses als Bürogebäude selbst in einer Klimazone wie der Shanghais mit unter 50 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr berechnet wird. Ein vergleichbares Objekt in Deutschland liegt etwa bei einem Wert von 360 Kilowattstunden. Die Reduzierung des ­Energiebedarfs für das Kühlen und Heizen der Räume ­ergibt sich durch eine luftdichte und wärmegedämmte ­Gebäudehülle. Die Energieversorgung erfolgt zur Hälfte durch die passive Nutzung natürlicher Ressourcen wie ­Erdwärme, Erdkälte und Sonnenenergie, während die Frischluftzufuhr durch eine zentrale Be- und Entlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung garantiert wird.

Das „Hamburg House“ ist nicht nur „Best Practice“-­Modell für energieeffizientes Bauen, sondern seine ein­zelnen Etagen werden auch für eine Hamburg-Ausstellung genutzt, die täglich besucht werden kann. Dabei spielt der „Baum der guten Wünsche“ eine zentrale Rolle. In Anlehnung an die chinesische Tradition der Wunschbäume haben Hamburger und Chinesen im Vorfeld Wünsche und Hoffnungen zu einer zukunftsfähigen, aber auch lebenswerten Stadt geäußert. Die Antworten auf diese Wünsche erhalten die Besucher im Verlauf der Ausstellung. Der Baum „durchbricht“ mit seinen Ästen jede Etage des ­Gebäudes und dient als roter Faden.

Ausstellungsthemen aus dem Bereich der Wirtschaft sind die Hamburger Wirtschaftscluster. Motoren, Schiffsschrauben, ein Brennstoffzellenmodell und andere Exponate sollen die Dynamik der Branchen Logistik, Hafen, Luftfahrt, Life Science und Medien sowie ihre internationale Vernetzung symbolisieren. Auch Zukunftsprojekte wie der Blick auf Hamburg als „European Green Capital 2011“, die Hafencity, die Elbphilharmonie und die Internationale Bauausstellung IBA 2013 werden vorgestellt.

Interessierte Firmen und Institutionen können während der Expo einige Räume des „Hamburg House“ für eigene Veranstaltungen anmieten. Ein Höhepunkt während der Ausstellungszeit wird der Hamburg-Tag am 31. Mai sein, zu dem eine große Hamburger Delegation mit Bürgermeister Ole von Beust erwartet wird.
Friederike von Sivers
friederikevon.sivers@hk24.de
Telefon 36138-434

Informationen

Weiterführende Informationen zum „Hamburg House“ und zur Expo 2010 unter:
www.expo2010.hamburg.de.
Das General Management des „Hamburg House“ obliegt der Hamburg Messe und Congress GmbH:
www.hamburg-messe.de.
Für die Koordination vor Ort ist das Hamburg Liaison Office Shanghai verantwortlich:
www.hamburgshanghai.org.

hamburger wirtschaft, Ausgabe Mai 2010