Handelskammer Hamburg 2010

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Fuhrparkmanagement

Flexible Flotten

Der Fuhrpark eines Unternehmens ist eine zeitintensive Angelegenheit. Es geht auch einfacher: Externe Fuhrparkmanager übernehmen die Arbeit vollständig.
Für die Verwaltung der eigenen Fahrzeugflotte können je nach Bedarf individuelle Serviceverträge mit externen Spezialisten ­geschlossen werden. Der Kostenvergleich lohnt sich, denn eine ineffiziente Fuhrparkverwaltung kann die Firmenkasse empfindlich belasten. Kein Wunder, dass die Auftragslage für externe Dienstleister glänzend ist.

Car Professional Management (CPM) mit Sitz in Hamburg knackte gerade erst im Februar die magische Marke von 50 000 Fahrzeugen. CPM setzt auf das herstellerunabhängige Management von Fahrzeugflotten besonders großer Konzerne. 300 Firmenwagen und mehr auf dem Hof sind dort keine Seltenheit. „Wir übernehmen sämtliche Dienstleistungen für Kauf-, Miet- und Leasingflotten“, erklärt ­Raiko Chabrowski, Geschäftsführer von CPM. Aber auch für den Mittelstand mit nur drei, vier Fahrzeugen lohnt sich die Unterstützung der „Flottenprofis“.

Der erste Schritt zum Outsourcing der Flottenverwaltung ist die gemeinsame Analyse in einem persönlichen Beratungsgespräch. Auf Basis dieser Informationen erarbeiten die Fuhrparkmanager auf das jeweilige Unternehmen zugeschnittene Lösungsstrategien. „Wir finden das jeweils beste Angebot am Markt für Leasingraten und helfen den Kunden, auf die ständig wechselnden Markt­bedingungen zu reagieren“, erklärt Philip ­Kneissler, Geschäftsführer von Belmoto. Die Hamburger Flottenverwalter setzen auf ­stabile und transparente Prozesse.

Denn das Controlling hat in der Krise an Bedeutung gewonnen. Bei den anfallenden Kosten für ein Auto kann der Unternehmer leicht den Überblick verlieren. Mit dem branchenüblichen Reporting bis zum Online-­Zugriff auf aktuelle Fuhrparkdaten hat der Auftragnehmer die Zahlen für seine Flotte schnell im Griff. Spezialisten wie das Unternehmen Belmoto koordinieren die Werkstatt­aufenthalte, wickeln die Kulanz- und Garantieansprüche gegenüber den Herstellern ab und übernehmen die Terminplanung. Auch die Rechnungsprüfung kann im Servicepaket mitgebucht werden. Philip Kneissler: „Unser Schwerpunkt ist der persönliche Dialog. Dem Kunden steht für alle Fragen ein fester ­Ansprechpartner zur Verfügung.“

Mit dem Mobilitätskonzept „small fleet“ hat die Deutsche Leasing (DL) vor knapp zwei Jahren eine Marktlücke schließen können. Neben Großkunden wurde seinerzeit der Mittelstand in den Fokus genommen, der mit ­seinem Fuhrpark von nur wenigen Fahrzeugen oftmals durch das Angebotsraster der Fuhrparkmanager fiel. „Ein professionelles Fuhrparkmanagement rechnet sich“, so ­Thomas Löschmann, Vertriebsleiter der ­Hamburger DL-Niederlassung. „Gewerbliche ­Leasingnehmer schonen im Vergleich zu Käufern ihre Liquidität und erhalten sich so ­Kreditspielräume. Das Kapital ist nicht langfristig gebunden, und Leasingverträge lassen sich flexibel gestalten.“ Ganz im Trend liegt nach seiner Erfahrung die Optimierung der Laufzeiten – denn dadurch lassen sich Kosten sparen. Im Durchschnitt rollt der geleaste ­Firmenwagen drei Jahre über die Straßen, ­bevor die DL bei der Vermarktung am Laufzeit­ende ihr Know-how anbietet.

Der kritische Blick auf den eigenen Fuhrpark sollte jedoch nicht nur der Laufzeit, ­sondern auch der Fahrzeuggröße gelten. Muss es unbedingt die Luxuslimousine sein? Ist die gehobene Ausstattung überhaupt notwendig – und passt sie noch in eine kostenbewusste Firmenphilosophie? Die Berg- und Talfahrt in der Wirtschaft hat auch hier zu einem veränderten Verhalten bei der Anschaffung von ­Firmenfahrzeugen geführt. Thomas Löschmann: „‚Down sizing‘ liegt im Trend. Die Kunden wollen Fahrzeuge der kleineren Kategorie mit kleineren Motoren.“

Wer das Management seiner Firmenflotte den Profis überlassen möchte, spart Geld, Zeit und meist auch Nerven. Die Kosten­kontrolle als wichtiger Faktor ist durch Software­programme gesichert. Die elektronische ­Datensicherung von Rechnungen für ­Inspektionen und Reifenwechsel macht das Sammeln von Quittungen überflüssig. Die ­externe Terminplanung für Fahrten in die Werkstatt hilft bei der Konzentration auf die eigentlichen Aufgaben, die ein Unternehmer zu leisten hat. Auch der Vergleich von Leasing­raten und aktuellen Herstellerangeboten entfällt. Ein unverbindliches Beratungsgespräch lohnt sich also in jedem Fall.
Nicola Sieverling
redaktion@hamburger-wirtschaft.de
Telefon 36138-305

hamburger wirtschaft, Ausgabe Mai 2010