Handelskammer Hamburg 2010

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Hamburgensien

Brettspiel

Feilschen um Schiffsladungen

Stefan Felds Spiel „Die Speicherstadt“ versetzt die Akteure in das Jahr 1890. Der Handel mit Waren aus aller Welt bestimmt das Leben in Hamburg – und das Spielgeschehen. Als Großhändler gilt es, Arbeiter taktisch klug einzusetzen, um Schiffsladungen zu feilschen, Waren zu lagern und Auftraggeber zufriedenzustellen. All dies ist in einen originellen Spielmechanismus eingebettet, der eine abwechslungsreiche Stunde garantiert. Dabei gilt es mancherlei im Auge zu behalten. Immer wieder kann es in den Lagerhäusern zu Bränden kommen. Und auch Sonderkarten wie Kontor, Bank oder Hafen sorgen für taktische Finessen. Das Spiel, das Michael Menzel und Harald Lieske liebevoll gestaltet haben, birgt eine weitere Besonderheit: Wer will, kann sogar den Michel oder die Handelskammer kaufen.

Stefan Feld: „Die Speicherstadt“; Eggertspiele; Hamburg 2010; 19,99 Euro.



Porträt

Reise durch die Vier- und Marschlande

Die denkmalgeschützte St. Pankratius-Kirche, die einen holzgeschnitzten Altar und eine Arp-Schnitger-Orgel beherbergt, steht flutgeschützt auf einer Elbsanddüne in Ochsenwerder. Das Dorf liegt in den Marschlanden inmitten eines großen Gemüse- und Blumenanbaugebietes. Mit zwölf weiteren Stadtteilen gehört es zum südöstlichen Hamburger Bezirk Bergedorf, den die Autorin Victoria ­Asschenfeldt in ihrem Buch „Bergedorf – Vom Billetal bis an die Elbe“ porträtiert. Mit Fotos von Katja von Nagy stellt sie nicht nur die bezaubernden Landkirchen in Altengamme und Curslack, das Bergedorfer Schloss und die Kirche St. Petri und Pauli vor, sondern auch das Zollenspieker Fährhaus an der Elbe.

Victoria Asschenfeldt (Hrsg.): „Bergedorf – Vom Billetal bis an die Elbe“; Edition Wartenau; Hamburg 2009; 120 Seiten; 19,95 Euro.

Rundgänge

Eine Stadt verändert sich

Dieser etwas andere Stadtführer beschreibt Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des berühmten maritimen Hamburger Quartiers am Elbufer. Mit der Geschichte und einem Rundgang durch das Katharinenviertel wird die südliche Altstadt erschlossen. Weiter geht es durch die Speicherstadt, vorbei am imposanten, von Fleeten durchzogenen und durch viele Brücken geprägten Lagerhausviertel aus dem 19. Jahrhundert. Gezeigt wird die ­Speicherstadt mit all ihren Facetten, unter anderem als Spielstätte für den „Hamburger Jedermann“. Der Rundgang durch die Hafencity präsentiert das neue Elbufer, wo derzeit auch die Elbphilharmonie entsteht. Eine ­Orientierungshilfe bei den Erkundungstouren bietet der ausklappbare Plan im Buch­umschlag.

Ralf Lange: „Hafencity + Speicherstadt – Das maritime Quartier in Hamburg“; Junius Verlag; Hamburg 2010; 280 Seiten; 14,90 Euro.

Stadtporträt

Hommage an Hamburg

Auf seinen Streifzügen durch die Hansestadt hat Emanuel Eckardt vor allem eines gelernt: das Staunen. Der Journalist und gebürtige Hamburger nimmt den Leser in „Hamburg – Eine Liebeserklärung“ mit auf eine Ent­deckungsreise durch „seine“ Stadt. Er besucht entlegene Orte, erzählt Anekdoten und reist in die Vergangenheit. Mal geht es ins Hamburg der Gründerzeit, mal um Hanseatische Fischküche, dann wieder erinnert sich der Autor an seine Kindheit in Blanke­nese. Viele seiner Geschichten sind bei der journalistischen Arbeit entstanden. Zumeist solche, die einem als normaler Flaneur oft verborgen bleiben.

Emanuel Eckardt: „Hamburg – Eine Liebeserklärung“; Ellert und Richter; Hamburg 2010; 224 Seiten; 14,95 Euro.

hamburger wirtschaft, Ausgabe Juni 2010