Nächste Auflage Nachfolge

Um in den Ruhestand gehen zu können, möchte Volker Stubbemann seine in den 1960er-Jahren vom Vater gegründete Buch- und Offsetdruckerei im Rahmen der HW-Unternehmensbörse verkaufen.
Nachdem Volker Stubbemann seine Nachfolge geregelt hat, würde er in Teilzeit weiter im Betrieb mitarbeiten, um einen reibungslosen Übergang zu ermöglichen.
Ulrich Perrey
Nachdem Volker Stubbemann seine Nachfolge geregelt hat, würde er in Teilzeit weiter im Betrieb mitarbeiten, um einen reibungslosen Übergang zu ermöglichen.
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Von Frank Schlatermund, 28. Juli 2026 (HW 4/2026)

Als Volker Stubbemann 1977 in der Druckerei seines Vaters eine dreijährige Ausbildung begann, hatte er gerade seinen Realschulabschluss in der Tasche. Sicher, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben, war er sich damals nicht. „Ich hatte zunächst keine Ahnung, was ich nach der Schule machen wollte“, erzählt der heute 65-Jährige. „Darum habe ich erst einmal die Druckerlehre absolviert.“

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Ulrich Perrey
Der Eingang der Buch- und Offsetdruckerei Stubbemann in der Bundesstraße 10.

Nach der Gesellenprüfung blieb er diesem Handwerk bis heute treu. Allerdings nicht immer im elterlichen Betrieb. „Das funktionierte irgendwie nicht“, sagt er. „Mein Vater konnte nicht loslassen, andauernd gab es Diskussionen.“ Zuweilen wanderte er zu anderen Druckereien ab, kehrte jedoch immer wieder in das vom Vater in den 1960er-Jahren gegründete Unternehmen zurück: „Aus Rücksicht auf meine Mutter, die immer sehr traurig war, wenn ich wieder einmal wechselte.“

Neben einem angestellten Drucker war damals die gesamte Familie im Betrieb tätig, der seit jeher in der Bundesstraße ansässig ist: Vater Günter, Mutter Ericka, Tochter Ruth und Sohn Volker, der dann endgültig geblieben ist und 2008 die Führung übernommen hat. Irgendwann, erzählt er, habe der Vater sich dann doch zurückgezogen und ihm die alleinige Verantwortung übertragen.

Weil Volker Stubbemann, dessen große Leidenschaft das Poolbillard ist, sich gern in den Ruhestand verabschieden möchte, sucht er nun eine geeignete Nachfolge. Weder sein Sohn, ein promovierter IT-Spezialist, der in Kassel lebt, noch seine Tochter, die im medizinischen Bereich tätig ist, haben Interesse daran, die Druckerei weiterzuführen.

Schon heute arbeitet Stubbemann in Teilzeit und überlässt einen Großteil des Tagesgeschäftes seinem langjährigen Mitarbeiter Stefan Ehlers, den er vor mehr als 30 Jahren eingestellt hat. Bei einem Unternehmensverkauf wäre er bereit, für eine gewisse Zeit stunden- oder tageweise im Betrieb weiter mitzuarbeiten, um einen reibungslosen Übergang zu ermöglichen.

Zum Portfolio der Buch- und Offsetdruckerei Stubbemann GmbH gehören Bücher, Flyer und Broschüren ebenso wie Visitenkarten, Dissertationen und Magazine. Auch Plakate sind möglich, Briefpapier und Kataloge, Notizblöcke, Wand- und Tischkalender. „Wir erstellen sowohl Klein- als auch Großauflagen“, so Stubbemann. „Bei größeren Mengen ist auf Wunsch auch ein Probeexemplar möglich.“

Sollten Sie sich für das Unternehmen von Volker Stubbemann interessieren, rufen Sie bitte das Inserat auf www.nexxt-change.org unter der Chiffrenummer HH-A-26060003 auf und kontaktieren Sie Volker Stubbemann direkt über das hinterlegte Formular. Alternativ wenden Sie sich bitte an Sabine Pilgrim von der Handelskammer (040 36138-787). Weitere Informationen zu den Beratungsangeboten der Handelskammer finden Sie hier.

Zu den Stammkunden zählen etwa die Kinderrechtsorganisation „Plan International“, der Anhängerkupplungs-Produzent Westfalia-Automotive sowie der Fachinformationshändler „Schweizer Fachinformationen“. Hinzu kommen Schulen, Studierende und Promovierende sowie diverse Hochschulen wie die Technische Universität Hamburg (TUHH). Aufgrund der räumlichen Nähe zum Messegelände ergeben sich auch immer wieder kurzfristige Projekte mit Ausstellenden. Kleine Offset-Aufträge erledigt die Druckerei vor Ort in der Bundesstraße, für Groß-Offset hingegen kooperiert sie mit einem Partnerunternehmen.

Volker Stubbemann erinnert sich, wie sehr sich das Druckereigewerbe seit seiner Gesellenprüfung verändert hat. „Man muss heute nicht mehr gelernter Buchdrucker sein, um eine Druckerei zu leiten“, erzählt er. „Wichtig ist, dass man etwas von Computern, IT und Digitaldruck versteht, damit man weiß, was man da überhaupt macht.“ Der Übergang vom Offset- zum Digitaldruck sei für ihn nicht einfach gewesen. Aber der Prozess habe sich über viele Jahre hingezogen. „Wir hatten somit genügend Zeit, uns einzuarbeiten.“

Seine 120 Quadratmeter großen Räumlichkeiten im Souterrain teilt er sich mit der Reproprofi Rhein-Main GmbH, die Baupläne erstellt und bei Bedarf auf die vorhandene Druckmaschineninfrastruktur zurückgreift – so wie auch Stubbemann von Zeit zu Zeit die Maschinen seiner Untermieter nutzt. „Das läuft gut“, betont er, „wir ergänzen uns super.“ Was er künftig zu tun gedenkt, wenn die Nachfolge geregelt ist? Volker Stubbemann weiß es noch nicht. Gewiss ist nur, dass er viel Poolbillard spielen wird. Denn das, sagt er, sei sein einziges wahres Hobby, das ihn auch nach Jahren noch immer fasziniert.


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