Engagement mit Brief und Siegel

Ohne Prüferinnen und Prüfer gibt es keine Abschlüsse. Die HW stellt fünf dieser engagierten Menschen vor, die mit ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit seit Jahrzehnten dafür sorgen, dass Aus- und Fortbildungsniveau auch in Zukunft hoch bleiben.
Holger Störmer ist seit 40 Jahren als ehrenamtlicher Prüfer tätig.
Karin Gerdes
Holger Störmer ist seit 40 Jahren als ehrenamtlicher Prüfer tätig.
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Text: Clemens Gerlach, Fotos: Karin Gerdes, 16. September 2026

Für Sarah Persicke steht fest: „Die Prüfenden sind das Rückgrat eines jeden Prüfungsverfahrens. Sie sorgen mit Fachkenntnis und unermüdlichem Einsatz dafür, dass Qualität und Verlässlichkeit gewährleistet sind“, so die Leiterin des Handelskammer-Teams „Prüfungsehrenamt Kaufleute / Dienstleistungen“. „Ohne das Engagement von Arbeitgeber-, Arbeitnehmer- und Lehrervertretern in den Prüfungsausschüssen könnte die Wirtschaft keine anerkannten Abschlüsse vergeben.“

Um den rund 3500 ehrenamtlich Aktiven Dank und höchste Wertschätzung auszusprechen, lädt die Handelskammer am 23. September zu einer Feier in den Großen Börsensaal. „Wir hoffen auf weiterhin langfristiges Engagement, um den Standard der IHK-Abschlüsse dauerhaft hochzuhalten“, betont Persicke.

Geeignet als Prüfer oder Prüferin ist, wer im Prüfungsgebiet sachkundig ist und mindestens halbtags arbeitet. Zum Zeitpunkt der Berufung darf die Regelaltersgrenze für den Renteneintritt noch nicht erreicht sein. Prüfende müssen in der Metropolregion Hamburg wohnen oder arbeiten. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an Sarah Persicke (040 36138-417).


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Karin Gerdes
 

CHRISTEL-ULRIKE SCHOLZ (40 Jahre Prüferin)

Fairness und Einfühlung sind für Christel-Ulrike Scholz in Prüfungen wichtig, oft sogar das Entscheidende. „Es geht schließlich darum, eine aufgeschlossene Atmosphäre zu schaffen, damit die Prüflinge runterkommen und wir sie erfolgreich zum Abschluss führen können“, sagt die ehemalige Berufsschullehrerin, die zumeist Ausschussvorsitzende war.

Mit 40 Jahren Erfahrung als Prüferin in Ausbildungsberufen des Einzelhandels und dem Fortbildungsberuf „Geprüfte Handelsfachwirte“ weiß Scholz: „Sie sind richtig nervös, und wir wollen sie nicht schockieren. Ich weiß ja, was sie wissen müssten, denn ich habe sie in der Berufsschule unterrichtet.“

Scholz selbst absolvierte in Hannover eine Ausbildung als Drogistin. Später studierte sie unter anderem Betriebswirtschaftslehre auf Handelslehramt. „Ich war immer zuständig, wenn es mit Parfümerie und Drogeriemarkt zu tun hatte.“ Für sie zählt Engagement in puncto Ausbildung: „Deshalb habe ich auch im bundesweiten Ausschuss für Drogisten mitgearbeitet und dort schriftliche Prüfungen erstellt.“


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Karin Gerdes
 

HOLGER STÖRMER (40 Jahre Prüfer)

An seinen Einstieg als Prüfer erinnert sich Holger Störmer noch sehr genau und überaus positiv: „Ich bin angesprochen worden, war sofort interessiert. Dann habe ich die erste Prüfung mitgemacht, bin an die Hand genommen worden und bis heute dabei geblieben.“

Der ehemalige Abteilungsleiter im Alsterhaus und Nord-Verbundleiter von Karstadt Feinkost (Perfetto) kümmert sich um den Ausbildungsberuf „Kaufleute im Einzelhandel und Verkäufer:in“. „Ich habe als Prüfer Spaß am Austausch mit Kollegen aus anderen Betrieben. Zudem ist die Tätigkeit Input für mich selbst, der Kontakt zu jungen Leute hält einen fit.“

Die Prüfungen selbst haben sich über die vier Jahrzehnte, die er nun dabei ist, deutlich verändert, stellte der frühere Ausschussvorsitzende fest. Störmer findet das gut: „Früher wurde auswendig gelernt und klassisch abgefragt. Heutzutage wird eine Verkaufssituation mit Kundenkontakt nachgestellt, das ist näher an der Wirklichkeit als Dienstleister dran.“


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Karin Gerdes
 

KATJA NIEMANN (30 Jahre Prüferin)

Bei Katja Niemann musste es einfach so kommen, auch wenn sie einen Umweg genommen hat. „Ich stamme aus einer Lehrerfamilie, mein Vater und mein Großvater haben diesen Beruf ausgeübt“, sagt sie. „Ausbildung und Unterricht waren bei uns immer ein großes Thema.“

Niemann arbeitet in Bergedorf an der BS07, der Beruflichen Schule Wirtschaft, Verkehrstechnik und Berufsvorbereitung. Sie prüft seit 30 Jahren die angehenden Kräfte „Kaufmann/-frau für Büromanagement“ und ist Ausschussvorsitzende. „Ich habe gern mit Menschen zu tun“, betont sie, die nach dem BWL-Studium als Personalerin und in der Buchhaltung tätig war.

Später wollte sie doch Lehrerin werden, studierte erst für allgemeinbildende Schulen und dann für berufliche. „Es hat mir immer viel Vergnügen bereitet, ich habe ein tolles Kollegium.“ Und wie sieht sie ihre Aufgabe als Prüferin? Niemann, die die Ausbildungseignungsprüfung gemacht hat, sagt voller Überzeugung: „Ich möchte jungen Menschen eine Chance geben.“


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RALF HEUSSMANN (30 Jahre Prüfer)

Die Werkfeuerwehrleute sind bei Ralf Heußmann in guten Händen. Der Industriemeister für Elektrotechnik und FH-Betriebswirt prüft den elektrotechnischen Teil der Ausbildung.

Und wie ist das für den ehemaligen Schiffbau-Projektleiter, der zudem schon in der Berufsausbildung für elektrotechnische Berufe tätig war und jetzt am BZE Bildungszentrum Elektrotechnik arbeitet? „Ich hatte stets junge Leute um mich herum, zu meinem Beruf gehört Prüfung dazu.“

Er gehe ohne Vorurteile an die Aufgabe heran. „Wir wollen den Prüflingen Anspannung nehmen und prüfen, was sie können, und sie nicht vorführen. Da muss man auch väterlich agieren.“ Obwohl Heußmann bereits viele Prüfungen abgenommen und Facharbeiterbriefe unterschrieben hat, ist er weiter mit Begeisterung dabei. „Es macht Spaß und hält einen frisch.“ Dass die jungen Leute ihre eigenen Vorstellungen haben, sei kein Problem: „Ich suche immer das Gespräch.“ Einen Rat hat er: „Authentisch bleiben und sich nötigenfalls anpassen.“


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Karin Gerdes
 

SVEN HOLSTEIN (25 Jahre Prüfer)

Der Hafen ist Sven Holsteins Revier, da kennt er sich aus. Der gelernte Seegüterkontrolleur arbeitet für die Gesamthafenbetriebs-Gesellschaft mbH Hamburg.

Der Personaldienstleister hat gut 1000 Mitarbeitende. „Ich leite mit meinem Kollegen die Einteilung. Wir disponieren die Schichten und reagieren schnell und flexibel, wenn die Firmen ihren Bedarf anmelden.“

Seit 25 Jahren ist Holstein, der sich beim GHB auch um Aus- und Fortbildung kümmert, als Prüfer der Fachkraft für Hafenlogistik dabei. „Da kommen viele Tätigkeiten und Berufe zusammen, klassischer Inhalt ist die Warenkontrolle.“

Ein ehemaliger Berufsschullehrer hatte ihn wegen des Prüferamtes gefragt. Für Holstein war die Zusage Ehrensache. „Wir sind ein eingespieltes Team, das gut harmoniert.“ Das kommt wohl nicht von ungefähr. Holstein selbst muss etwas schmunzeln: „Eine Kollegin im Prüfungsausschuss habe ich geprüft. Sie unterrichtet inzwischen Fachkräfte für Hafenlogistik als Berufsschullehrerin.“


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