Wenn Britta Gürlich auf etwas ganz besonderen Wert legt, dann ist es Qualität. Tee aus Beuteln kommt ihr nicht in die Kanne, Kuchen und Torten sind Eigenkreationen, und auch bei der Auswahl des Kaffees ist sie sehr eigen. Bevor sie das „Caspars“ in Winterhude vor neun Jahren eröffnet hat, war sie in der gesamten Stadt unterwegs, um Röstereien zu testen. „Ich hatte damals zwar schon einen Mietvertrag, aber noch keinen wirklich guten Kaffee“, erinnert sie sich. Lange musste sie suchen, bis sie auf eine italienische Premiummarke stieß, die sie überzeugte.
Sollten Sie sich für das Unternehmen von Britta Gürlich interessieren, rufen Sie bitte das Inserat auf www.nexxt-change.org unter der Chiffrenummer HH-A-26050003 auf und kontaktieren Sie Britta Gürlich direkt über das hinterlegte Formular. Alternativ wenden Sie sich bitte an Sabine Pilgrim von der Handelskammer (040 36138-787). Weitere Informationen zu den Beratungsangeboten der Handelskammer finden Sie unter www.handelskammer-hamburg.de/nachfolge
Auch bei der Einrichtung des „Caspars“, eine Kombination aus Café und Bistro, ging die gebürtige Rostockerin mit viel Liebe und Kreativität ans Werk: florale Tapeten mit Vogelmotiven („Ich habe jede einzelne Bahn selbst an die Wand geklebt“), Cocktailsessel, farblich abgestimmte Kissen, Messinglüster, Elektrokamin, Stehlampen mit antiken Schirmen. „Ich wollte einen gemütlichen Raum schaffen, der einem Wohnzimmer gleicht“, erzählt sie. „Und die Leute nehmen das Ambiente an, viele Gäste kommen sogar täglich.“
Etwa 50 Kuchenrezepte hat sie inzwischen gemeinsam mit ihrer Konditorin entwickelt, und es kommen immer wieder neue hinzu. „Wenn ich mein Geschäft verkaufe, gehören diese Rezepte selbstverständlich dazu“, so die 54-Jährige. Es sind gesundheitliche Gründe, die sie zum Verkauf bewogen haben. Um sich zwischendurch erholen zu können, hatte sie die Öffnungszeit in der Vergangenheit bereits von sechs Tagen auf fünf Tage reduziert. Seither ist sie montags und dienstags immer mit ihrem Lebensgefährten und Hund Caspar, Namensgeber des Cafés, im Wohnmobil unterwegs. „Auf 48-Stunden-Urlaub“, wie sie es nennt.
Es sei ausgeschlossen, den Cafébetrieb noch weiter herunterzufahren. „Wir haben schließlich nicht nur das Alltagsgeschäft, sondern veranstalten zum Beispiel auch Lesungen, Bingo-Nachmittage und Konzerte und werden für Geburtstagsfeiern und Hochzeiten gebucht.“ Ein Verkauf schien Britta Gürlich die einzige Lösung. Eine schwere Entscheidung, denn das „Caspars“ ist ihr Lebenswerk. Zudem hat sie ihre Kundschaft ins Herz geschlossen: „Für viele ist das hier wie ein zweites Zuhause.“ Darum wolle sie das Café unbedingt in dieser Form erhalten – für die Straße und für den Stadtteil.
Im Anschluss an den Verkauf plant sie eine mehrwöchige Auszeit, um sich danach beruflich neu zu orientieren. Bevor sie 1998 nach Hamburg kam, studierte sie Erziehungswissenschaften, spezialisierte sich nach dem Examen aber sofort auf Werbung und Marketing. Rund 20 Jahre lang blieb sie dieser Branche treu. Ob sie dorthin zurückkehren möchte? „Das kann ich jetzt noch nicht sagen“, erzählt sie. „Auf jeden Fall suche ich nach etwas, das wirklich abwechslungsreich und kreativ ist.“
Auf die Idee, etwas wie das „Caspars“ zu eröffnen, kam sie während eines Urlaubes in der Bretagne, als sie dort in einem ähnlichen Café einkehrte. „So etwas möchte ich auch“, sagte sie damals zu ihrem Freund – und begann in Hamburg mit der Suche nach den geeigneten Räumlichkeiten. Die fand sie in der Jarrestraße: rund 100 Quadratmeter, etwa 54 Innenplätze und an die 20 Plätze auf der Terrasse, die sich bei Bedarf erweitern lässt.
Seit jeher bietet Britta Gürlich im „Caspars“ nicht nur Kuchen und Torten an, sondern auch eine umfangreiche ganztägige Frühstückskarte sowie kleine herzhafte Gerichte wie Bauernfrühstück, Frittata oder Omeletts. „Zum Teil kommen die Leute aus Hotels in der Innenstadt, nur um bei mir zu frühstücken“, so die Geschäftsfrau. In ihrem Lokal, weiß sie, steckt großes Potenzial. Um dieses zu heben, bedürfe es nur der richtigen Ideen. „Und es braucht Engagement – ohne das wird es kaum gehen.“
