Kampagnenstart

Um Hamburgs Unternehmen dabei zu unterstützen, klimaneutraler zu werden, hat die Handelskammer die Online-Kampagne „Wir handeln fürs Klima“ gestartet. In den kommenden Wochen erfahren Betriebe, welche unterschiedlichen Möglichkeiten es gibt, um das Klimaziel zu erreichen.
Handelskammer Hamburg
 

Von Frank Schlatermund, 9. Juli 2024

Mitmachen Wenn auch Sie Teil unserer Kampagne „Wir handeln fürs Klima“ werden möchten, melden Sie sich bei uns per E-Mail unter dialog@hk24.de. Zum Hintergrund der Kampagne, den Teilnahmevoraussetzungen und weiteren Details geht es hier.

Eines der wichtigsten Ziele der Handelskammer ist es derzeit, Hamburgs Betriebe klimaneutraler zu machen, ohne dass sie dabei an Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Großunternehmen haben es oft leichter, auf klimaschonendes Wirtschaften umzustellen, denn nicht selten beschäftigen sie ganze Fachabteilungen, die sie auf diesem Weg unterstützen. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) hingegen können sich das in der Regel nicht leisten, zumindest nicht in diesem Umfang. Doch sind sie häufig flexibler und anpassungsfähiger und bieten ein ideales Transformationsprofil.

Daher kommt es bei dem Vorhaben, das Klimaziel zu erreichen, vor allem auf KMU an. Um möglichst viele von ihnen anzusprechen und zum Mitmachen zu bewegen, ist die Handelskammer jetzt unter www.hk24.de/klimaneutral mit ihrer Kampagne „Wir handeln fürs Klima“ online gegangen. Sie möchte aber nicht nur für Klimaneutralität werben, sondern will Unternehmen, vor allem den kleineren, auch zeigen, wie der Weg dorthin aussehen kann. Aus diesem Grund hat sie auch gemeinsam mit der „Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“ (OECD) eine Studie erarbeitet, die zeigt, wie Hamburg bis zum Jahr 2040 Klimaneutralität erreichen kann.

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Magunia/Handelskammer Hamburg
Handelskammer-Hauptgeschäftsführer Dr. Malte Heyne

„Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderung unserer Zeit“, sagt Handelskammer-Hauptgeschäftsführer Dr. Malte Heyne. „Die Regionen in Europa stehen dabei in besonderer Verantwortung. Denn wir müssen zeigen, dass Klimaschutz möglich ist, ohne dabei Wohlstand, Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit aufs Spiel zu setzen.“ Die Handelskammer selbst ist bereits seit 2022 klimaneutral. Unter anderem betreibt sie einen elektrischen Fuhrpark, verfügt über Ökostrom und ist dabei, das komplette Gebäude am Adolphsplatz zu sanieren.

Um sich ein klares Bild darüber machen zu können, was sich Betriebe vorstellen, um klimaneutral zu werden, und was sie bislang real dafür getan haben, hat die Handelskammer 125 kleine und mittlere Unternehmen befragt. Zwei Drittel der befragten Firmen gaben an, dass Klimaneutralität für sie ein Thema sei. Aber nicht einmal die Hälfte davon (48 Prozent) hatte sich bis dahin bereits ein Netto-Null-Emissionsziel gesetzt.

Doch ist es wichtig, messbare Ziele ins Auge zu fassen und diese auf dem Weg, sie zu erreichen, immer wieder zu überprüfen. Das gilt für jeden einzelnen Menschen im Kleinen wie für die Wirtschaft im Großen. Wer für einen Marathon trainiert, wird seine Laufzeiten ebenfalls genau im Blick behalten. Und so sollte es sich auch mit kleinen und mittelständischen Unternehmen und ihren Klimazielen verhalten. Schließlich ist nichts wirkungsvoller als Selbstkontrolle. Doch welche Ziele können das sein?

Einstiegsberatung Die Handelskammer bietet eine kostenlose Einstiegsberatung der HK-Umweltberater zu allen Umwelt- und Energiethemen an. Für viele Projekte gibt es Unterstützung, Zuschüsse oder zinsgünstige Kredite. Mehr Informationen gibt es hier.

Das größte von ihnen gibt die Europäische Union vor: Klimaneutralität bis 2050. Die Bundesregierung will schneller sein und es bis 2045 schaffen. Die Handelskammer hat sich gar 2040 als Ziel gesetzt. KMU können dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Dennoch ist es wichtig, sich nicht zu große Meilensteine zu setzen. Auch viele kleine Bestrebungen, wie etwa den Energieverbrauch bis 2025 um 20 Prozent zu reduzieren, können das große Ziel der Klimaneutralität stärken.

Ab jetzt erläutert die Handelskammer im Rahmen ihrer Kampagne „Wir handeln fürs Klima“ wöchentlich Maßnahmen, die, richtig umgesetzt, Betrieben dabei helfen können, klimaneutral oder zumindest klimaneutraler zu werden. Der erste Schritt ist, eine Klimabilanz zu erstellen und klare Reduktionsziele zu bestimmen. Ein Unternehmen, das sich der Klimakampagne der Handelskammer bereits angeschlossen hat und in Sachen Klimabilanz schon sehr weit ist, ist die HOBUM Oleochemicals GmbH.

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HOBUM
HOBUM-Geschäftsführer Arnold G. Mergell beteiligt sich an der Kampagne „Wir handeln fürs Klima“.

HOBUM entwickelt und produziert Produkte aus pflanzlichen Ölen und Fettsäuren, die genau auf den Anwendungsbereich ihrer Kunden zugeschnitten sind. „In jedem Fall erfordert die Erstellung einer Klimabilanz die Mitwirkung und die Unterstützung durch die Geschäftsleitung“, sagt HOBUM-Geschäftsführer Arnold G. Mergell. „In der Umsetzung haben sich strukturierte Prozesse, eine gute Dokumentation sowie klare Kommunikation nach innen und außen als vorteilhaft erwiesen. Das reduziert die Arbeit der Folgejahre erheblich.“

Die Hauptarbeit bei HOBUM hat ein kleines Nachhaltigkeitsteam geleistet. Dieses sollte das Thema „mit Engagement und Leidenschaft“ bearbeiten, so der Geschäftsführer. Aber auch Kammern, Verbände, Best Practices oder sogar NGOs können seiner Ansicht nach wertvolle Hinweise zur Erstellung von Klimabilanzen geben.

Veranstaltungen „Klima kompakt –Das müssen KMU wissen!“ Begleitend zur Kampagne „Wir handeln fürs Klima“ bietet die Handelskammer zahlreiche Veranstaltungen an. Eine davon ist die Reihe „Klima kompakt – Das müssen KMU wissen!“, die sich an mittelständische Unternehmen richtet, die zukunftsorientiert und klimafreundlich werden möchten. Die Einzelveranstaltungen stellen relevante rechtliche Rahmenbedingungen vor und geben Handlungsimpulse.

Ein wesentlicher Bestandteil ist die Möglichkeit zum direkten Austausch mit Fachleuten. Die Veranstaltungsinhalte bauen zwar jeweils aufeinander auf und begleiten die Teilnehmenden auf dem Weg in die Klimaneutralität, eine Teilnahme an Einzelterminen ist jedoch möglich. Am 29. August geht es um Umwelt- und Energiemanagementsysteme, am 29. Oktober um Energieeffizienzmaßnahmen und verfügbare Fördermittel, am 10. Dezember um Energiebeschaffung. Zur Anmeldung und zu weiteren Informationen geht es hier.

CO2-Aussteigerprogramm Eine weitere Veranstaltung ist das „CO2-Aussteigerprogramm“. In der vierteiligen Workshopreihe haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich zum Thema „CO2-Bilanz“ auszutauschen. Mit dem „CO2Aussteigerprogramm“ lernen sie die Grundlagen der Klimabilanzierung kennen und erstellen eine erste Klimabilanz.

Workshop 1 findet am 10. September von 9 bis 17 Uhr in der Handelskammer statt, Workshop 2 am 8. Oktober von 9 bis 10:30 Uhr digital, ebenfalls Workshop 3 am 5. November. Workshop 4 findet am 3. Dezember wieder in Präsenz von 9 bis 17 Uhr in der Handelskammer statt. Die Kosten für die gesamte Workshopreihe liegen bei 500 Euro. Zur Anmeldung und zu mehr Informationen geht es hier.


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