Die Welt der schönen Dinge

Weil Gabriela Zenner sich künftig ganz auf die Vermietung ihrer Ferienwohnungen an der Ostsee konzentrieren wird, sucht sie eine geeignete Nachfolge für ihr Geschäft „Wohnlust“.
Anna Mutter
Eine ansprechende Optik ist Gabriela Zenner wichtig. Daher verbringt sie viel Zeit damit, ihre Waren auf den 60 Quadratmetern Verkaufsfläche liebevoll zu arrangieren.

Von Frank Schlatermund, 6. April 2022 (HW 2/2022)

Mit viel Herzblut hat Gabriela Zenner ihr Warensortiment zusammengestellt: Kleinmöbel, und Lampen, Geschirr und Bilderrahmen, Geschenkartikel, Heimtextilien, Körbe und Taschen. Auch Babyartikel und Spielwaren gehören zum Programm – alles auf 60 Quadratmetern liebevoll in Szene gesetzt. Ihr Geschäft in Rissen ist bei den Anwohnenden bekannt. „Bei mir herrscht eine sehr persönliche Atmosphäre“, berichtet die 60-Jährige. „Einige Leute kommen einfach nur zum Schauen oder zum Plaudern vorbei.“

Berufliche Neuorientierung

Es war mehr der Zufall, der Gabriela Zenner seinerzeit nach Rissen führte. Damals, vor 16 Jahren, befand sich die alleinerziehende Mutter in einer Phase der beruflichen Neuorientierung, wollte der Gastronomie, in der sie zuvor tätig war, den Rücken kehren. Während dieser Zeit hielt sie sich bei ihrer Mutter im benachbarten Wedel auf. „Als ich einen Spaziergang durch Rissen machte, erkannte ich sofort, dass hier ein Geschäft für Wohnaccessoires und ausgesuchte Geschenkartikel fehlt“, erinnert sie sich.

Ich war kaum auf dem Darß angekommen, da wusste ich auch schon: Hier gehöre ich hin.

Gabriela Zenner

Als sie dann auch noch eine geeignete leerstehende Ladenfläche entdeckte, erarbeitete Gabriela Zenner umgehend ein Konzept, erstellte einen Businessplan und eröffnete kurze Zeit später ihr Geschäft „Wohnlust“ in der Nähe des S-Bahnhofes. Einfach sei das nicht gewesen, berichtet sie. „Ich baute mein kleines Unternehmen auf, was Zeit beansprucht hat; und dann war da auch noch mein fünfjähriger Sohn, für den ich da sein wollte.“ Mit viel Kraft und Ausdauer meisterte sie den Spagat zwischen Arbeit und Kindeserziehung, fragt sich aber heute bisweilen, wie sie das damals alles schaffen konnte.

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Anna Mutter
Von außen wirkt „Wohnlust“ eher unscheinbar, innen hingegen erwartet die Kundschaft eine bunte Welt der schönen Dinge.

Eine ganz neue Erfahrung war die Selbstständigkeit für Gabriela Zenner allerdings nicht: Einst betrieb sie auf dem Darß in Mecklenburg-Vorpommern eine Teestube – in der Nähe von Ahrenshoop, wo Ende des 19. Jahrhunderts Maler wie Paul Müller-Kaempff, Friedrich Wachenhusen und Theobald Schorn die legendäre Künstlerkolonie gleichen Namens gegründet hatten. Kennen und lieben gelernt hatte sie dieses pittoreske Fleckchen an der Ostsee während eines Urlaubs bei einer Fahrradtour. „Ich war kaum dort angekommen, da wusste ich auch schon: Hier gehöre ich hin.“ Sie erwarb in der Ortschaft Wieck ein historisches, baufälliges Reetdachhaus, richtete es wieder her, zog von Hamburg auf den Darß und eröffnete die Teestube, deren Karte immerhin rund 42 unterschiedliche Teesorten zählte.

Rückkehr nach Hamburg

Über Dortmund, wohin sie die Liebe kurz geführt hatte, kehrte Gabriela Zenner schließlich nach Hamburg zurück und gründete hier im Jahr 2006 die „Wohnlust“. Das Haus in Wieck besitzt sie noch heute. Die Teestube allerdings gibt es schon lange nicht mehr, denn 2003 hatte Zenner das Gebäude unter großem persönlichen Einsatz in vier Gästeapartments umgewandelt. Eine Verwaltung lehnte sie grundsätzlich ab, organisierte die Vermietung stets allein.

Sollten Sie sich für das Unternehmen von Gabriela Zenner interessieren, wenden Sie sich bitte unter Nennung der Chiffrenummer HH-A-22020006 an Sabine Pilgrim von der Handelskammer (Telefon 36138-787).

Zahlreiche Ratschläge und Informationen zu den Beratungsangeboten der Handelskammer sind je nach Ihrem Vorhaben hier zusammengestellt.

„Das Geschäft hier in Rissen und die Ferienwohnungen mit ständig wechselnden Gästen in Wieck, die häufige Hin- und Herfahrerei – all das wird mir jetzt allerdings etwas zu viel“, erzählt sie. Daher entschied sie sich, erneut auf den Darß zu ziehen, den sie schon als junge Frau zu ihrer Wahlheimat gemacht hatte, und sich voll und ganz den Apartments und ihren Gästen zu widmen. „Wohnlust“ möchte Gabriela Zenner gern erhalten wissen, indem sie es in liebevolle Hände abgibt – an jemanden mit Empathie und Sinn für ebenso schöne wie praktische Dinge. „Meine Kunden werden mir fehlen“, gesteht sie – und spielt schon jetzt mit dem Gedanken, ihr Gartenhäuschen in Wieck in einen kleinen Laden umzuwandeln.

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