Seit Kajetan Kerscher denken kann, wollte er einen Bus lenken. „Das war schon immer mein Traum“, sagt der 21-Jährige. Und den hat sich der gebürtige Regensburger nun erfüllt. Mit Auszeichnung und in nur zwei statt drei Jahren schloss er seine Ausbildung als „Fachkraft im Fahrbetrieb“ bei der Hamburger Hochbahn AG ab.
Dass Kerscher viel kann, hat sein Ausbilder Burim Sinani gleich bemerkt. „Der bringt eine große Leidenschaft für diesen Beruf mit, die auch nach Feierabend nicht aufhört“, sagt der 46-Jährige, der als Personaldisponent im Betriebshof Langenfelde arbeitet und zu dessen Aufgaben auch die Betreuung der Auszubildenden gehört.
Dabei war anfangs überhaupt nicht klar, dass es Kajetan Kerscher einmal von der Donau an die Elbe verschlagen würde. „Ich habe mich bei mehreren großen Verkehrsunternehmen deutschlandweit beworben und viele Zusagen erhalten“, berichtet er. „Auszubildende und Fachkräfte zu finden, wird immer schwieriger“, bestätigt Burim Sinani. Schließlich sei dieser Beruf durchaus körperlich fordernd, da müsse man als Ausbildungsbetrieb sehr schnell sein.
„Die Hamburger Hochbahn war am schnellsten“, sagt Kerscher lachend. Gelockt hatte sie ihn damals mit einer kostengünstigen Betriebswohnung direkt neben seinem Arbeitsplatz. Angesichts hoher Mieten in Großstädten war das für Kerscher am Ende das entscheidende Argument.
Der hohe Qualitätsstandard des dualen Ausbildungssystems wäre ohne das freiwillige Engagement vieler Prüfender nicht möglich. Rund 3500 Ehrenamtliche nehmen aktuell für die Handelskammer in mehr als 250 Berufen die Prüfungen ab. Sie sorgen dafür, dass dem Arbeitsmarkt gut ausgebildete Fachkräfte zur Verfügung stehen. Der Bedarf an Prüfenden ist groß. Die Handelskammer sucht dringend Menschen verschiedenster Berufszweige, die Lust auf dieses Ehrenamt haben sowie über Verantwortungsbewusstsein und Urteilsvermögen verfügen. Was es noch für dieses Ehrenamt braucht, wie man sich bewerben kann und wie hoch die Aufwandsentschädigung ist, erfahren Sie hier.
Dort darf der Top-Azubi auch nach Ausbildungsende weiter wohnen. Er möchte nun seinen „Fachwirt für Personenverkehr und Mobilität“ absolvieren. Sein Arbeitgeber unterstützt ihn dabei. Kerscher ist dankbar und will der Hochbahn auf jeden Fall treu bleiben: „Ich mag meine Arbeit sehr, sie ist abwechslungsreich und besteht aus viel mehr als nur Bus fahren. Auch Fahrplanerstellung, Personalkalkulation und Fahrzeugbedarfsplanung gehören dazu.“ Im Bereich der sogenannten Betriebsplanung zu arbeiten, ist auch sein künftiges Ziel – ohne jedoch das Busfahren ganz aufgeben zu wollen: „Einen 18 Meter langen Bus zu lenken, ist schon etwas Besonderes“, schwärmt er.
Ein so genaues Berufsziel wie Kajetan Kerscher hatte Kacper Awgul lange Zeit nicht vor Augen. „Ich habe mich nach der Schule mit einigen Jobs durchgeschlagen und war etwas planlos“, gibt der 26-Jährige unumwunden zu. Dann aber setzte bei ihm ein Umdenken ein, und er entschloss sich zu einer Ausbildung und mehr Solidität in seinem Berufsleben.
Der Hamburger mit polnischen Wurzeln und großen Ambitionen startete eine zweijährige Ausbildung zum Verkäufer bei Rossmann. „Ich wollte die Ausbildung so gut wie möglich machen“, sagt er. Und das hat er geschafft – er schloss sie als Bester bundesweit ab. „Das macht mich und meine Mutter ziemlich stolz“, erzählt Awgul, der solche Erfolgserlebnisse während seiner Schulzeit nicht hatte.
Dass das Ergebnis so gut ausgefallen ist, ist zum einen sein Verdienst, zum anderen der seiner Ausbilderin Sarah Menzel. „Rossmann als einer der größten Ausbilder im deutschen Einzelhandel mit aktuell 1800 Lehrlingen schafft ein Umfeld, in dem unsere Auszubildenden nicht nur lernen, sondern auch wachsen“, sagt Fiona Ebcinoglu, Pressereferentin bei Rossmann. „Das Fundament bildet eine intensive 1:1-Betreuung in der Filiale.“
Ergänzt werde das Ganze durch die ,Azubi-Lernwerkstatt‘, die Wissen vertiefe und das wichtige Netzwerk untereinander stärke. „Wir legen größten Wert auf ein ausgeprägtes Wir-Gefühl – jeder soll sich als Teil der Rossmann-Familie fühlen.“ Die Drogeriekette garantiert eine Übernahme nach der Ausbildung, was Kacper Awgul sehr freut. Den packt nun erneut der Ehrgeiz, das nächste Berufsziel hat er klar vor Augen: den Abschluss zum Einzelhandelskaufmann.
„Jemanden im Team zu haben, der Lust aufs Lernen hat, ist ein großer Gewinn“, weiß der 32-jährige Peer Rohr, Restaurantleiter und Ausbilder beim „Witwenball“, einem inhabergeführten Restaurant in Eimsbüttel. „Genauso jemanden haben wir mit Hanna Mareike Scheffler gefunden.“ Scheffler wurde ebenfalls in Hamburg und Berlin zum Top-Azubi gekürt. Sie hat ihre Ausbildung zur „Fachfrau für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie“ mit Auszeichnung abgeschlossen. „Dazulernen war schon immer meins“, so die 30-Jährige, die zugleich von ihrer Ausbildung zur Käsesommelière berichtet, die sie derzeit macht.
Mit dem Wissen will sie im Restaurant für Abwechslung auf der Karte sorgen und eigene Akzente setzen. Den perfekten Wein zum Käse kann sie schon jetzt empfehlen, obwohl sie selbst keinen Wein trinkt und die Weinkarte sehr umfangreich ist. Das sei aber auch nicht notwendig, denn letztendlich gehe es darum, eine Atmosphäre zu schaffen, in der sich die Gäste wohlfühlen“, sagt sie. Hanna Mareike Scheffler schätzt die Arbeit im kleinen Team sehr: „Bislang habe ich keinen einzigen Tag meine Entscheidung, das Jurastudium an den Nagel zu hängen, bereut.“
„Goldrichtig“ war nach eigener Aussage auch die Berufswahl von Ole Backens. Der 22-Jährige aus Neumünster hat sich nach dem Abitur für das duale Studium „Kaufmann für Spedition- und Logistikdienstleistung“ bei der Kühne+Nagel International AG entschieden, dem Weltmarktführer in der See- und Luftfrachtlogistik. Für den sportlichen Triathleten, der gerade für den „Iron Man“ trainiert, der perfekte Arbeitgeber.
Denn Spitzenunternehmen ziehen Spitzenleute an: Auch Ole Backens ist hamburg- und bundesweit einer der Besten seines Ausbildungsjahrganges. Dass der junge Mann viel Potenzial hat, wusste sein Ausbildungsleiter Martin Behm sofort. „Ole hat Organisationstalent und bringt Lust auf Logistik sowie Lösungskompetenz, Resilienz und viel positive Energie mit“, sagt der 43-Jährige.
Alles beste Voraussetzungen, um bei Kühne+Nagel Karriere zu machen. Das Interesse an einem Ausbildungsplatz ist groß. „Wir haben mehr Bewerber als Ausbildungsplätze“, berichtet Behm. In Hamburg zählt das Unternehmen aktuell 90, bundesweit 702 Auszubildende.
Ole Backens kann seinen Ausbildungsbetrieb nur empfehlen: „Ich hatte eine super interessante Zeit, in der ich viel sehen und in viele verschiedene Arbeitsbereiche hineinschnuppern konnte – auch in solche, die nicht Teil der Ausbildung waren.“ Vor allem interessierte er sich für den Bereich „Nationales Finanzcontrolling“. Ihm gefiel das strategische Arbeiten so gut, dass er dort gern weiterarbeiten wollte. Dieser Wunsch wurde ihm erfüllt.
