„Wenn die Gesundheit an erster Stelle steht, gewinnen alle“

Alexandra Bishop, Deutschland-Chefin des Arzneimittel-Herstellers AstraZeneca, spricht über Chancen und Risiken ihrer Branche, die Arbeitskultur ihres Unternehmens und die Deutsche Bahn.
Markus Abele
Alexandra Bishop ist in Südafrika aufgewachsen. Im März 2022 trat sie ihr Amt als Geschäftsführerin von AstraZeneca Deutschland an.

Interview: Peter Wenig, Fotos: Markus Abele, 7. Juni 2024 (HW 3/2024)

HW: Frau Bishop, die Gesundheitswirtschaft zählt zu den boomenden Branchen. In Hamburg wächst sie überdurchschnittlich, sowohl bei der Wertschöpfung als auch bei der Beschäftigung. Wie ist sie aus Ihrer Sicht in Hamburg und in ganz Deutschland aufgestellt?

Alexandra Bishop: Angesichts einer wachsenden und alternden Bevölkerung ist es verständlich, dass der Bedarf an Gesundheitsversorgung steigt. Für viele Länder ist Gesundheit daher strategische Priorität. Um diesem Bedarf gerecht zu werden, wächst die deutsche Gesundheitsbranche entsprechend – um Krankheiten vorzubeugen, zu behandeln oder zu heilen und so die Lebensqualität und Aktivität der Menschen länger zu erhalten. AstraZeneca ist das größte Pharmaunternehmen in Norddeutschland, und wir sind sehr stolz auf den Beitrag, den wir leisten.

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Markus Abele
 

Doch wir sind nur ein Teil der Gesundheitsbranche in Hamburg neben vielen großen Krankenhäusern, Universitätskliniken, Medizinprodukteherstellern und einer lebhaften Start-up-Szene. Zudem haben die DAK-Gesundheit und die Techniker Krankenkasse hier ihren zentralen Sitz. Damit sehen wir hier optimale Bedingungen für uns. AstraZeneca ist seit den 1960er-Jahren in Norddeutschland ansässig. Hamburg ist ein wunderbarer Ort zum Leben und wirtschaftlich sehr stark. Das erleichtert es uns unter anderem, Talente für unser Unternehmen zu gewinnen.

Das heißt, der Fachkräftemangel ist für Sie kein Problem?

Natürlich gibt es einen Wettbewerb um die besten Köpfe. Und Wettbewerb führt zu Innovationen und guten Lösungen. Das gilt auch für die Reputation als Arbeitgeber. Ich freue mich, dass wir einen hervorragenden Ruf haben. Unser Employer Branding lautet „#Made for more“, und daran glauben wir fest. Wir haben eine starke Talentstrategie, um die Besten in Deutschland zu AstraZeneca zu holen und zu halten.

Und wir sind ein sehr attraktiver Arbeitgeber. Die Talente kommen zu uns, weil sie wissen, dass wir eine starke Pipeline mit derzeit 182 Forschungsprojekten haben und sie hier für innovative Produkte und gute Patientenversorgung arbeiten können. Ein solches Umfeld zieht an. Ein wichtiges Fundament für das Entwickeln kreativer Lösungen sind Diversität und Inklusion. Weltweit sind bei uns 50,1 Prozent aller Führungspositionen von Frauen besetzt.

Wo sehen Sie die größten Herausforderungen für die Zukunft?

Ich rede lieber von Chancen als von Herausforderungen. Durch die demografische Entwicklung wird Deutschland immer älter. Deshalb sollten wir uns in der Gesundheitsversorgung verstärkt auf Präventivmaßnahmen konzentrieren und weniger auf das, was wir als Krankenversorgung bezeichnen. Je besser dies dem Gesundheitssystem und uns gelingt, desto gesünder wird die Bevölkerung. Wenn ältere Menschen länger fit bleiben, ist dies wirtschaftlich wie gesellschaftlich nur gut.

Alexandra Bishop, aufgewachsen in Südafrika, trat im März 2022 ihr Amt als Geschäftsführerin von AstraZeneca Deutschland an. Von 2018 bis 2022 war sie Geschäftsführerin des Pharmaunternehmens in den Niederlanden und zuvor über viele Jahre in globalen Strategie- und Führungspositionen in der Gesundheitsbranche beschäftigt. Bishop hat einen Abschluss in Biochemie und Genetik und zudem verschiedene postgraduale Abschlüsse in den Bereichen Business Leadership und Business Finance. Sie hat in vielen Ländern gelebt und gearbeitet, darunter in Südafrika, Frankreich, der Schweiz, Polen, Ägypten und zuletzt in den Niederlanden.

Das ist eine riesige Chance. Unser Anspruch ist es, voranzugehen. Wir wollen Medikamente anbieten, die Patient:innen den bestmöglichen Nutzen bringen! Zu den Herausforderungen zähle ich zum einen die Bürokratie, die in Deutschland sehr ausgeprägt ist. Da gibt es Bereiche, die uns bremsen. Weniger Bürokratie würde also zu mehr Tempo, mehr Investitionen und besseren Ergebnissen führen. Zum anderen muss die Gesundheitsversorgung stärker als Priorität, als gesellschaftlicher Faktor und als Wirtschaftsmotor gesehen werden.

AstraZeneca kennen die meisten Menschen in Deutschland als Produzenten des Vektorimpfstoffes gegen das Corona-Virus …

Wir haben weltweit mehr als drei Milliarden Dosen des Vakzins in über 180 Länder ausgeliefert, während der Pandemie zum Selbstkostenpreis. Nach unabhängigen Studien hat unser Impfstoff allein 2021 weltweit über sechs Millionen Leben gerettet. Aber unser Portfolio ist weit größer als Impfstoffe. Wir entwickeln und produzieren verschreibungspflichtige Medikamente in den Bereichen Onkologie, Herz-, Kreislauf-, Nieren-, Stoffwechsel- und Atemwegserkrankungen, als Schutz gegen Infektionskrankheiten bei gefährdeten Patient:innen sowie gegen seltene Erkrankungen.

Wenn die Gesundheit an erster Stelle steht, gewinnen alle.

 

Wir haben 2023 rund 10,9 Milliarden US-Dollar in die Erforschung und Entwicklung von Arzneimitteln investiert. Und wir beschäftigen uns sehr intensiv mit der Frage, wie wir vermeidbare chronische Erkrankungen früher erkennen und verhindern können. Nehmen wir als Beispiel die Niere. Wenn wir die Diagnoserate erhöhen und eine Nierenerkrankung frühzeitig mit sehr einfachen Methoden erkennen, können wir mit Medikamenten therapieren und die Niere länger gesund erhalten, sodass zum Beispiel eine Dialyse bei betroffenen Patient:innen um bis zu 13 Jahre verzögert werden kann.

Wie relevant sind klinische Studien auf diesem Weg?

Sie sind sehr wichtig, damit Patient:innen frühzeitig neue Therapieoptionen erhalten. Leider verliert Deutschland hier seine Wettbewerbsfähigkeit. Deutschland war einmal weltweit bei klinischen Studien auf Rang zwei, inzwischen belegt es nur noch den siebten Platz. Andere Länder haben also erkannt, wie wichtig Studien für Wirtschaft, Wissenschaft und Innovation sind, und haben Prozesse verbessert, um mehr Investitionen und Innovationen im Gesundheitswesen ins Land zu holen.

Mit der neuen Pharmastrategie und dem Entwurf für das Medizinforschungsgesetz gibt es nun aber gute Pläne, um den Rahmen für klinische Studien auch in Deutschland zu vereinfachen. Dabei geht es um klare Rahmenbedingungen und eine Vereinfachung der Genehmigung durch Ethikkommissionen, Musterverträge, um die Patientenidentifizierung und um den Umgang mit digitalen Daten. Wir sind nun gespannt, wie die Vorschläge zum Wohle aller umgesetzt werden.

Unzufrieden sind die Pharmahersteller dagegen mit dem GKV-Finanzstabilisierungsgesetz, da es ihnen die Monetarisierung des Zusatznutzens neuer Medikamente erschwert. Viele solcher Präparate sollen höchstens so viel kosten dürfen wie der Referenzstandard.

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Markus Abele
 

In der Tat. Wir hatten nicht das Gefühl, dass unsere Einwände und die negativen Auswirkungen auf die Verfügbarkeit innovativer Medikamente ausreichend gehört wurden. Mit diesem Gesetz wurde die wirtschaftliche und strategische Bedeutung der Pharmaindustrie ignoriert und eine große Unsicherheit generiert. Innovationen, Verbesserungen der Gesundheitsversorgung und Patientennutzen werden nicht ausreichend gewürdigt, und der Beitrag der Pharmaindustrie für die Gesellschaft wird nicht anerkannt.

Erst jetzt, fast zwei Jahre später, fangen die Diskussionen an, und sogar der zuständige Minister Karl Lauterbach nennt die Pharmaindustrie eine Schlüsselindustrie für Deutschland. Wichtiger aber noch ist, dass wir als Konsequenz des Gesetzes Fehlentwicklungen in der Versorgung sehen, die sehr besorgniserregend sind. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass Anpassungen und Änderungen in der Gesetzgebung vorgenommen werden, um einen vorhersehbaren Rahmen zu schaffen, der Innovationen für die Gesundheitsversorgung belohnt.

Dennoch muss unser Gesundheitssystem bezahlbar bleiben …

Was soll ich dazu sagen? Die Debatte über die Finanzierbarkeit des Gesundheitswesens wird seit vielen Jahren geführt. Wir sollten uns wirklich darauf konzentrieren, dass es hier nicht um einen Kostenfaktor geht, sondern um eine Investition in die Gesundheit der Gesellschaft. Natürlich müssen wir die Frage einer nachhaltigen Finanzierbarkeit diskutieren und die Frage, wohin die Mittel fließen. Aber die Pharmaindustrie muss dabei mit am Tisch sitzen.

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Man kann nicht den Preis von Medikamenten isoliert betrachten. Man muss den Nutzen erkennen, der sich aus der Vorbeugung, Behandlung oder sogar Heilung von Krankheiten ergibt. Man muss die Auswirkungen auf die Gesellschaft und die Chancen für Patient:innen sehen, länger gesund zu bleiben und damit auch länger einen Beitrag leisten zu können. Es geht um einen ganzheitlichen Ansatz. Durch eine frühere Erkennung und Behandlung, also Prävention, können viele Ressourcen im Gesundheitswesen eingespart werden.

Nehmen wir wieder das Beispiel Niere. Wenn Medikamente verhindern, dass Betroffene mit einem Nierenleiden über Jahre zur Dialyse müssen und schließlich eine Transplantation benötigen, ist das doch für sie wesentlich besser und für das Gesundheitssystem viel preiswerter. Und zudem deutlich nachhaltiger für die Umwelt!

In Deutschland fehlen ja immer wieder wichtige Medikamente. Was kann man dagegen tun? Müssen wir die hiesigen Produktionsstandorte stärken?

Das ist eine ziemlich komplexe Frage. Ich denke nicht, dass die gesamte Wertschöpfungskette in jedem Land abgebildet werden muss. Aber innerhalb Europas müssen wir sicherstellen, dass wir kritische Medikamente für europäische Patient:innen liefern können. Wenn weltweit nur ein Lieferant einen bestimmten Wirkstoff liefern kann, ist ein Engpass vorprogrammiert, wenn dieser Lieferant ausfällt. Wir brauchen eine Strategie zur Risikominderung einschließlich fairer Preise, um eine zuverlässige Versorgung sicherzustellen. Hier sehen wir bereits gute erste Ansätze.

Kann denn AstraZeneca derzeit jedes Medikament liefern?

Unsere Lieferketten sind sehr robust und gut über ganz Europa, Asien und die USA verteilt. Daher haben wir keine Lieferengpässe. Wir haben natürlich auch ein innovatives Portfolio – die größten Versorgungsprobleme sind bei Generika aufgetreten.

Sie selbst waren in einer Reihe von Ländern tätig. Haben Sie dabei große nationale Unterschiede festgestellt?

Jedes Land hat seine eigene Gesundheitspolitik. Aber für mich ist der rote Faden, dass Gesundheit für uns alle wichtig ist. Das ist der gemeinsame Nenner bei allen kulturellen Unterschieden der Gesundheitssysteme. In Deutschland waren Innovation und frühzeitiger Zugang zu innovativen Medikamenten schon immer ein Schwerpunkt. Dies hat sich in den letzten Jahren leider verschlechtert, insbesondere durch das neue Gesetz. Ich bin jedoch optimistisch, dass wir unsere Führungsrolle wiedererlangen können. Wenn die Gesundheit an erster Stelle steht, gewinnen alle.

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Markus Abele
Alexandra Bishop im Gespräch mit Peter Wenig

Apropos Innovation: Wo steht Deutschland eigentlich bei der Digitalisierung des Gesundheitssystems?

Wir haben viele Möglichkeiten, die Digitalisierung zu beschleunigen. Dabei geht es zum Beispiel um die Nutzung von Patientendaten für die Forschung und Entwicklung von neuen Therapien. Ich denke, die Europäische Union macht hier große Fortschritte. Auch in Deutschland haben wir große Ambitionen. Aber wir setzen immer noch viel zu sehr auf Papier, auf Fax und zu viel Bürokratie.

Das ist eine verpasste Chance. Weniger als 25 Prozent unserer Gesundheitsdaten werden digital strukturiert erfasst. Nordische Länder sammeln fast alle Gesundheitsdaten auf einer sicheren digitalen Plattform. Ich habe jüngst an einem Gesundheitsgipfel mit Karl Lauterbach teilgenommen. Da sagte der Minister, dass sie an einer Plattform mit sehr gutem Datenschutz arbeiten, die Zugriff auf medizinische Daten erlaubt. Das klingt gut. Aber wir müssen das beschleunigen. Wir sind im Rückstand.

Ein weiteres großes Thema ist Künstliche Intelligenz. Wie wird KI die Gesundheitsbranche verändern?

Auch hier handelt es sich um eine neue Technologie, über deren Risiken und Chancen wir uns bewusst sein sollten. Aber wir sollten keine Angst haben. KI bietet eine große Chance. Es wäre fahrlässig, wenn wir nicht alle Möglichkeiten nutzen würden, um neue Lösungen für die Forschung und die Gesundheitsversorgung zu finden.

Da geht es um Datenanalysen, das Erkennen von Mustern, um Screening. KI kann der Ärzteschaft helfen, bessere Diagnosen zu stellen. Das Potenzial ist enorm, auch für die pharmazeutische Industrie. Die KI kann uns in allen Bereichen unterstützen, von der Forschung, der Lieferkette bis hin zur täglichen Arbeit.

Ein paar Worte zu Ihrem Unternehmen. Warum ist AstraZeneca vor zwei Jahren von Wedel nach Bahrenfeld gezogen?

Wir sind Norddeutschland treu geblieben. Aber wir wollten vor allem in einer Metropolregion angesiedelt sein, die Talente anzieht und leicht zu erreichen ist. Jetzt liegt die nächste S-Bahn-Station nur ein paar Minuten entfernt. Viele Mitarbeitende kommen mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Fahrrad. Das ist auch ökologisch sehr gut.

Weniger Bürokratie würde zu mehr Tempo, mehr Investitionen und besseren Ergebnissen führen.

 

Sie arbeiten hier nach dem Konzept „Activity Based Working“ (ABW): Die Mitarbeitenden haben keinen festen Arbeitsplatz mehr, es gibt keine starren Raumstrukturen. Was ist der Vorteil?

Wie viele große Unternehmen wollten wir Büroräume schaffen, die einen energiegeladenen, lebendigen Ort zum Arbeiten und Zusammenarbeiten bieten – einen Ort, an den die Menschen gerne kommen und der Möglichkeiten zur Interaktion und Diskussion bietet, denn so entstehen innovative Ideen.

Ich fühle mich in unserem neuen Büro sehr wohl, das Feedback unserer Mitarbeitenden ist wirklich super. Alles ist modern, dynamisch, neu, digital und bietet uns viele Möglichkeiten für den Austausch. Der beliebteste Ort ist natürlich die Küche auf jeder Etage. Dort trifft man auch die Kolleg:innen, mit denen man nicht jeden Tag zusammenarbeitet.

Das eigene Büro fehlt Ihnen also nicht?

Das ist unsere Firmenpolitik. Wir haben keine Einzelbüros mehr, nicht einmal ich oder unser globaler CEO in Cambridge haben ein eigenes Büro. Wenn wir vertrauliche Besprechungen haben, buchen wir einen Besprechungsraum oder gehen in eine Kabine. Wir priorisieren Interaktion und Zusammenarbeit. Und wir bieten auch Homeoffice als Teil eines flexiblen Arbeitskonzepts an.

Machen Sie davon auch Gebrauch?

Ich bin meistens hier, weil ich bei meiner Arbeit hauptsächlich direkte Gespräche mit Menschen führe und es hier auch so mag. Aber auch ich arbeite, wenn ich nicht reise, mindestens einen Tag in der Woche oder alle zwei Wochen von zu Hause. Ich bin oft in ganz Deutschland unterwegs. Und ob Sie es glauben oder nicht: Manchmal ist die ruhigste Zeit, die ich habe, im Zug. Was leider daran liegt, dass die Internetverbindung nicht so gut ist, sodass ich weniger Meetings habe.

AstraZeneca zählt mit einem weltweiten Jahresumsatz von 45,8 Milliarden US-Dollar und 89 900 Mitarbeitenden (2023) zu den international führenden Arzneimittelherstellern und deckt den gesamten Lebenszyklus von Medikamenten ab – von der Erforschung über die Herstellung und Auslieferung bis zur Vermarktung. Das Unternehmen konzentriert sich auf verschreibungspflichtige Medikamente in den Bereichen Onkologie, seltene Krankheiten und Biopharmazeutika, einschließlich Herz-Kreislauf-, Nieren- und Stoffwechselerkrankungen sowie Atemwege und Immunologie. Produziert werden die Medikamente an 27 Produktionsstätten in 16 Ländern. 178 Projekte sind weltweit in der klinischen Entwicklung, 2023 investierte AstraZeneca 10,9 Milliarden US-Dollar in die Entwicklung von Arzneimitteln. In Deutschland beschäftigt AstraZeneca 1200 Mitarbeitende. Ende April 2022 zog das Unternehmen mit seiner Deutschlandzentrale von Wedel nach Hamburg-Bahrenfeld auf das Gelände einer ehemaligen Marzipanfabrik.

Leben Sie in Hamburg?

Ja, ganz in der Nähe der Elbe, fünf Minuten vom Büro entfernt. Mein Lieblingsbahnhof ist Altona. Von dort erreiche ich meine Ziele in Deutschland. Ich fliege sehr selten. Wir haben eine Philosophie, die darauf abzielt, unseren CO2-Fußabdruck zu minimieren, sowohl auf individueller als auch auf Unternehmensebene. Ich bin also ein treuer Fan der Deutschen Bahn, wenn sie nicht mehr als 15 Minuten Verspätung hat (lacht).

Welche Schwerpunkte setzen Sie denn generell in Bezug auf Nachhaltigkeit?

Wir haben eine sehr ehrgeizige Nachhaltigkeitspolitik. Wir wollen bis 2026 bei unseren eigenen CO2-Emissionen neutral und bis 2030 entlang der gesamten Wertschöpfungskette CO2-negativ werden. Dazu trägt unter anderem auch unser Projekt AZ-Forest bei: Bis 2030 wollen wir weltweit 200 Millionen Bäume pflanzen. Wir müssen noch mehr tun, und dabei steht die Vermeidung und Reduktion von Emissionen an erster Stelle.

So haben wir letztes Jahr ein großes Projekt gestartet und arbeiten gemeinsam mit unseren Lieferanten an mehr Nachhaltigkeit. Beim Verkehr setzen wir auf E-Mobilität. Bis Ende des Jahres wird unsere Flotte vollelektrisch sein. Im Moment stehen wir bei 90 Prozent. Und wie gesagt, wir nutzen innerdeutsch bei allen Strecken bis zu fünf Stunden nur den Zug. Wir nehmen das sehr genau und sind überzeugt, dass wir als führendes Unternehmen auch eine Verantwortung gegenüber unserer Umwelt haben.

Lassen Sie uns zum Abschluss in die Glaskugel blicken. Wie sieht Gesundheit in 50 Jahren aus?

Wir können uns noch gar nicht vorstellen, wie KI uns helfen und die Wissenschaft voranbringen wird. Ich bin überzeugt, dass wir viele verheerende Krankheiten werden heilen können. Die Gesundheitsfürsorge selbst wird sich dramatisch verändern. So wird man weniger ins Krankenhaus oder in eine Arztpraxis gehen und eher in der Lage sein, sich zu Hause oder in seiner Gemeinde behandeln lassen. Und wir haben noch gar nicht über die Gentherapie gesprochen, mit der wir möglicherweise das Entstehen von schweren Krankheiten verhindern können, wer weiß. Ich freue mich darauf zu sehen, was die Wissenschaft für eine gesündere Gesellschaft tun kann!

Anmerkung der Redaktion: Das Interview wurde auf Englisch geführt und ins Deutsche übersetzt.


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