„Sie haben Besonderes geleistet und Ihre Ausbildung als Beste der Stadt abgeschlossen. Das ist nicht nur für Sie selbst, sondern auch für Hamburg und die gesamte Wirtschaft von großer Bedeutung, die Sie so dringend braucht“, betonte Handelskammer-Präses Prof. Norbert Aust.
Zusammen mit Hamburgs Bildungssenatorin Ksenija Bekeris zeichnete er feierlich alle Auszubildenden mit deren Ausbilderinnen und Ausbilder einzeln auf der Bühne aus.
Der Beitrag der Unternehmen ebenso wie der der Berufsschulen und der 3000 ehrenamtlichen Prüferinnen und Prüfern sei für die berufliche Bildung unverzichtbar, so Aust.
In seiner schwarz-weißen Zunftkleidung stach einer auf der Bühne besonders hervor: David Lindenau, fertiger Beton- und Stahlbetonbauer, der seine Lehre verkürzt und in nur zwei Jahren bei der AUG. PRIEN Gruppe erfolgreich absolviert hat. An seiner Seite stand sein Ausbilder Michael Sentker, der an der Spitzenleistung durchaus großen Anteil hat und bei der Bewerbung des Abiturienten sofort wusste: „Der macht das!“
An diesem Abend durfte Sentker gleich zweimal auf die Bühne, denn auch der fertige Maurerlehrling des Unternehmens, Henrik Gooss, gehört zu den besten seines Ausbildungslehrganges. „Darauf bin ich sehr stolz“, sagt der 21 Jahre alte Hamburger. Seine Berufswahl habe Gooss seinem Opa zu verdanken, der selbst Maurer war und ihm dazu geraten hat.
So einen Ratgeber hatte Lucca Marie Jurkiewicz nicht, die es nach dem Abitur erst an die Universität in Lüneburg zog, wo sie aber schnell merkte, dass sie „doch lieber mit ihren Händen arbeiten möchte“. Sie entschied sich für eine Ausbildung zur Floristin. Diese absolvierte sie im Geschäft von Sebastian Andrade in der Osterstraße, der selbst Meister seines Fachs ist und in der Ausbildung darauf achtet, „nicht nur Können, sondern auch Werte wie Engagement zu vermitteln“.
Bei Lucca Marie Jurkiewicz stieß er auf offene Ohren. Keine Selbstverständlichkeit: Die 24-Jährige ist eine von nur acht Auszubildenden der Floristik, die in diesem Jahr erfolgreich ihre Lehre abgeschlossen haben. „Ein aussterbender Beruf, der viel mehr als Blumensträuße binden beinhaltet und oft unterschätzt wird“, sagt Berufsschullehrerin Regina Bacchi. Sie berichtet von einer hohen Abbrecherquote.
Hamburgs Bestenehrung findet traditionell zum Ende eines jeden Jahres in der Handelskammer statt. Die besten Prüflinge der Stadt werden anhand von Kriterien ermittelt, die auch auf nationaler Ebene gelten. Sie müssen das höchste Prüfungsergebnis in ihrem Beruf und mindestens 91,5 von 100 Punkten erreicht haben. Die Nationale Bestenehrung findet wieder in Berlin statt – bereits zum 20. Mal. Die gut 200 Bundesbesten des Jahrganges 2025 haben sich unter rund 250 000 Teilnehmenden der Winter- und Sommerprüfungen durchgesetzt und kommen am 8. Dezember mit Begleitung sowie Vertreterinnen und Vertretern ihrer Ausbildungsbetriebe im ECC Estrel Congress Center zu einem Festakt zusammen. Mehr Informationen hier.
„Mein beruflicher Weg war auch nicht immer gerade“, erzählt Präses Norbert Aust an diesem Abend. Dennoch war dieser Weg stets von Erfolg gekrönt. Der Jurist hat sich als langjähriger Präsident der ehemaligen Hochschule für Wirtschaft und Politik (HWP) sowie als Unternehmer und Kulturschaffender in der Hansestadt einen Namen gemacht. „Solange Sie mutig und neugierig bleiben und tun, was Ihnen Freude macht, wird alles gut gehen“, war sein Rat an die Anwesenden.
Einer, der das bereits beherzigt und in den vergangenen anderthalb Jahren viel Mut bewiesen hat, ist der Berufsfeuerwehrmann Stephan Rehder. Mit seinen 57 Jahren gehörte er zu den ältesten der 36 Absolventinnen und Absolventen der Höheren Berufsbildung.
Rehder ist nun geprüfter Aus- und Weiterbildungspädagoge und gibt unumwunden zu, dass dieser berufsbegleitende Abschluss ihm einiges abverlangt habe. Doch Dank des Ansporns der Frau an seiner Seite habe er sich erfolgreich durchgekämpft.
„Genau darum geht es im Leben und im Beruf“, sagt Bildungssenatorin Ksenija Bekeris, die zuvor als Berufsschullehrerin tätig war. „Sich durchzubeißen, wenn es hart wird, und nach Niederlagen wieder aufzustehen.“ Ihr Wunsch an die Besten Hamburgs: „Werden Sie zu Botschaftern ihres Berufes.“
Eine Bitte, die Maurer Henrik Gooss ernst nimmt. Sein Plan ist es, für zwei Jahre nach Kanada zu gehen, um dort in seinem Beruf zu arbeiten. Bekanntlich werden in Deutschland ausgebildete Fachleute im Ausland sehr geschätzt, speziell solche mit dualer Ausbildung.

