Ausgezeichnete Leistung

Rund 650 geladene Gäste verfolgten in der Fischauktionshalle die Vergabe des renommierten „Hamburger Gründerpreises“ in den drei Kategorien „Existenzgründer“, „Aufsteiger“ und „Lebenswerk“. Die Preise gingen in diesem Jahr an die traceless materials GmbH, die nerbe plus GmbH & Co. KG sowie die Becken Holding GmbH.
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Die diesjährigen Gewinner und Gewinnerinnen des „Hamburger Gründerpreises“ (v. li.): Dieter Becken (Becken-Gruppe, Kategorie „Lebenswerk“), Anne Lamp und Johanna Baare (traceless materials, Kategorie „Existenzgründer“) und Philipp Nerbe (nerbe plus, Kategorie „Aufsteiger“)

Von Frank Schlatermund, 8. September 2022

Jedes Jahr verleihen Haspa und Hamburger Abendblatt gemeinsam mit ihren Kooperationspartnern Handels- und Handwerkskammer, Studio Hamburg sowie Hamburg 1 den „Hamburger Gründerpreis“ für „unternehmerische Initiative, Mut und Erfolg in der Metropolregion“. Nachdem die Veranstaltung in den vergangenen beiden Jahren Corona-bedingt nur in abgespeckter Form stattfinden konnte, kamen jetzt wieder rund 650 Gäste in die Fischauktionshalle, um bei der Übergabe des renommierten Preises in den Kategorien „Existenzgründer“, „Aufsteiger“ und „Lebenswerk“ dabei zu sein.

In seiner Begrüßungsrede betonte Haspa-Chef Dr. Harald Vogelsang, wie sehr er sich darüber freue, dass die Gründerpreis-Jury trotz schwieriger Zeiten wieder „herausragende unternehmerische Persönlichkeiten“ gefunden habe. „Diese Erfolgsgeschichten geben uns Hoffnung, dass wir den anstehenden Herausforderungen – von Covid über Ukraine-Krieg bis Klimakrise – etwas entgegenzusetzen haben. Und sie inspirieren hoffentlich viele, es nachzumachen.“ Auch Krisen, konstatiert der Bankmanager, könnten ein Motor des Fortschritts sein, solange es nur Menschen gebe, die sie als Chance nutzen.

Auch Krisen können ein Motor des Fortschritts sein.

Dr. Harald Vogelsang

Der Preis in der Kategorie „Existenzgründer“, überreicht von Abendblatt-Chefredakteur Lars Haider, ging an das 2020 von Dr. Anne Lamp und Johanna Baare in Hamburg gegründete Start-up traceless materials (siehe auch HW Online vom 5. August 2022). Mit seinem neuartigen Material trägt das Unternehmen zur Lösung der globalen Plastikverschmutzung bei.

Die zum Patent angemeldete Technologie ermöglicht es erstmals, aus pflanzlichen Reststoffen der landwirtschaftlichen Lebensmittelproduktion eine Kunststoffalternative herzustellen, die vollständig biozirkulär und ganzheitlich nachhaltig ist. Das stetig wachsende Team aus aktuell 22 Mitarbeitenden hat eine erste Pilotanlage zur Materialproduktion errichtet. Parallel werden Produktanwendungen aus traceless-Material entwickelt. Unter anderem arbeitet das Team an Produkten in Kooperation mit dem Online-Händler OTTO und der Lufthansa.

Handelskammer-Präses Prof. Norbert Aust übernahm die Laudatio auf Philipp Nerbe vom Laborbedarfshersteller nerbe plus in der Kategorie „Aufsteiger“. Der von Nerbe in zweiter Generation geführte, 1976 gegründete Familienbetrieb mit Sitz in Winsen an der Luhe hat sich auf Entwicklung, Herstellung und weltweiten Vertrieb von hochwertigen Einmalartikeln für die Laborbereiche Liquid- und Sample-Handling spezialisiert.

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Große Bühne (v. li.): Dr. Harald Vogelsang, Prof. Norbert Aust, Dieter Becken, Dr. Anne Lamp, Johanna Baare, Jörg Haider, Philipp Nerbe, Dr. Peter Tschentscher und Moderatorin Vanessa Seifert

Das Life-Science-Unternehmen bietet eine breite Palette von mehr als 750 Artikeln für Labore und Kliniken sowie für Pharma- und Lebensmittelindustrie. Ein Schwerpunkt liegt auf Spritzgussprodukten für Aufbereitung, Aufbewahrung und Transport von Flüssigkeiten und Proben. Hinzu kommen diverse PCR-Produkte, Pipetten, Petrischalen, Reaktionsgefäße, Abstrichtupfer, Wattestäbchen und vieles mehr. Nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie befindet sich nerbe plus auf Wachstumskurs. Die rund 44 Beschäftigten erzielten 2021 einen Jahresumsatz von mehr als 30 Millionen Euro.

Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher übergab den Hamburger Gründerpreis in der Kategorie „Lebenswerk“ an den Hamburger Immobilienunternehmer Dieter Becken. Der heute 73-jährige floh 1960 mit seinen Eltern aus der DDR und begann eine Maurerlehre. Parallel dazu machte er Abitur und studierte anschließend Architektur und Ingenieurswissenschaften. Seine berufliche Laufbahn begann mit Bauaufträgen für Einfamilienhäuser, später folgten auch größere Einheiten und Bürobauten. Ende 2006 verkaufte Becken einen Großteil seines Immobilienbestandes für rund 700 Millionen Euro.

Die drängenden Themen unserer Zeit sind die Schaffung von Wohnraum in den Ballungs­zentren sowie der Umwelt- und der Klimaschutz.

Dieter Becken

Die heutige Becken-Gruppe hat ihren Hauptsitz in Hamburg und unterhält Niederlassungen in Frankfurt, München und Berlin. Sie zählt inzwischen zu den kapitalstärksten Unternehmen Deutschlands. Dieter Becken hat ein wachstumsstarkes Familienunternehmen mit einem flexibel und nachhaltig denkenden Management aufgebaut, das die Herausforderungen in Projektentwicklung, Revitalisierung, Vertrieb, investmentfähiger Strukturierung und Immobilienmanagement zukunftsfähig gestaltet.

Zu einem der bekanntesten Bauten der Becken Gruppe zählt der 2014 mit dem „MIPIM Award“ ausgezeichnete „Berliner Bogen“ am Anckelmannsplatz. Bis heute kennzeichnen weit mehr als 20 Büro- und Wohnprojekte die Dynamik und Verwurzelung der Unternehmensgruppe in der Hansestadt. „Die drängenden Themen unserer Zeit sind die Schaffung von Wohnraum in den Ballungszentren sowie der Umwelt- und der Klimaschutz“, so Dieter Becken bei der Gala in der Fischauktionshalle. „Diesen epochalen Herausforderungen können wir uns nur gemeinsam stellen, indem wir Strategien und Visionen für die Zukunft entwickeln.“

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